Bündnis gegen Abschiebungen Mannheim
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The VOICE Refugee Forum

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Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

The Caravan | The Caravan for the Rights of Refugees and Migrants

http://thecaravan.org/


Afrique-Europe-Interact

 

Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland
http://www.isdonline.de/

 

Jugendliche ohne Grenzen 
Fighting for Bleiberecht since 2005

http://jogspace.net/


»Wir fordern einen Abschiebestopp«

 Migrantenorganisationen verlangen dauerhaftes Bleiberecht für »geduldete« Ausländer. Ein Gespräch mit Newroz Duman Interview: Gitta Düperthal Newroz Duman ist Sprecherin von »Jugendliche ohne Grenzen«

Parallel zur IMK, zur Innenministerkonferenz, vom 7. bis 9. Dezember wird in Wiesbaden auch in diesem Jahr eine Konferenz der Organisation »Jugendliche ohne Grenzen« (JOG) stattfinden. Was fordern Sie von den Innenministern?

Wir wollen ein Bleiberecht für alle Menschen – egal, ob sie jung, alt, gesund oder krank sind. Noch immer leben 75000 Menschen, die seit mehr als sechs Jahren in Deutschland sind, in Angst vor Abschiebung. Ende 2011 droht für rund 15000 Bleibeberechtigte, die seit über zehn Jahren in der BRD leben, der Rückfall in die Duldung und damit die Abschiebung. Es muß endlich eine fortlaufende Regelung geschaffen werden, die in Zukunft wirksam bleibt und die nicht an irgendwelche festgelegten Stichtage der Einreise nach Deutschland gebunden ist – oder an die Auflage, den eigenen Lebensunterhalt oder den für die ganze Familie erwirtschaften zu können. Ab einer gewissen Aufenthaltsdauer müssen alle Ausreisepflichtigen ein Bleiberecht erhalten. Außerdem fordern wir die Abschaffung der Residenzpflicht, weil sie die Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge einschränkt; des Asylbewerberleistungsgesetzes, das ein Sondergesetz zu ihrem Nachteil darstellt; sowie die Schließung aller Lager. Wir fordern zudem Chancengleichheit beim Bildungs- und Arbeitsrecht.

Wie groß ist die Benachteiligung hier?

In Deutschland erhalten sogenannte Geduldete zunächst ein Jahr Arbeitsverbot. Weitere drei Jahre gibt es die »Vorrangprüfung«, wonach untersucht wird, ob es einen EU-Bürger oder einen Bürger mit einem deutschen Status gibt, der für die Arbeit geeignet ist– falls ja: Pech für den Geduldeten. 2009 wurde beschlossen, das generelle Arbeitsverbot abzuschaffen. Einige Ausländerbehörden verhängen es dennoch: Beispielsweise, weil Geduldete bei ihrer eigenen Abschiebung nicht mitwirken, indem sie die dafür notwendigen Papiere besorgen. Vor allem viele Jugendliche dürfen deshalb gar keine Ausbildung anfangen. Auch wer es darf, hat Probleme. Auf der Duldung steht nämlich, daß sie nur für einen Monat, drei, höchstens aber sechs Monate gilt. Danach kann der Jugendliche von einem auf den anderen Tag abgeschoben werden. Wenn ein Arbeitgeber das sieht, lehnt er eine Einstellung sowieso ab.

Warum verlangen Sie von den Innenministern, die Lagerunterbringung zu beenden?

In Deutschland leben etwa 40 Prozent der Geduldeten in Lagern. Viele Deutsche wissen noch nicht einmal, daß irgendwo mitten im Wald in schimmligen, heruntergekommenen alten Kasernen Menschen unter unwürdigen Bedingungen leben und ihre Kinder dort großziehen müssen. Teilweise müssen sie sich Küche und Bad mit bis zu 40 Personen teilen. Das muß ein Ende haben.

Unterschriften für ein Bleiberecht für Roma und Sinti werden jetzt gesammelt und sollen übergeben werden. Was fordert JOG für diese Flüchtlinge?

Einen Abschiebestopp. Obwohl einige dieser Menschen seit 20 Jahren hier leben, werden sie in den Kosovo oder nach Exjugoslawien abgeschoben. Dort müssen sie in Baracken leben und werden rassistisch diskriminiert. Das Projekt Roma-Center Göttingen hat eine Kampagne unter www.alle-bleiben.info begonnen, die wir unterstützen. Erst am Donnerstag hat wieder eine Sammelabschiebung in Düsseldorf stattgefunden.

Sie planen, je 99 Luftballons in allen Städten der Bundesrepublik unter dem Slogan »Alle bleiben« aufsteigen zu lassen. Wie können sich andere daran beteiligen?

In Wiesbaden, wo die IMK stattfindet, werden wir 500 Luftballons steigen lassen. Wer uns unterstützen will, aber nicht dorthin kommen kann, kann sich an uns wenden oder sich auf der Homepage des Roma-Centers informieren und Luftballons mit der Aufschrift »Alle bleiben« bestellen.

Wie jedes Jahr werden Innenressorts nominiert, von denen einer den Negativpreis als Abschiebeminister des Jahres erhalten wird. Wer steht auf der schwarzen Liste?

Unter anderem der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), weil er vorschlägt, Abschiebungen in den Irak auszuweiten, und weil er nach Afghanistan abschiebt. Er blockiert außerdem eine neue Bleiberechtsregelung, wie wir sie fordern. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat den Preis schon zweimal erhalten und steht immer noch ganz oben auf der Liste. Er schiebt vor allem Roma und Sinti in den Kosovo ab. Der Amtskollege in Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger (SPD), hat reelle Chancen auf den Preis, weil dort die meisten Sammelabschiebungen stattfinden.

http://www.jungewelt.de/2011/11-14/010.php

 

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