Bündnis gegen Abschiebungen Mannheim
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bleiberechtsbuendnis@web.de
Mi., 25.05.2011:

Die Bundesregierung und die Bundesländer setzen ihre Abschiebungspolitik von Roma und anderen Minderheitenangehörigen ungebremst fort. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zum Stand der Abschiebungen in den Kosovo hervor. Wie im Vorjahr lag die Zahl der Abschiebungen bei über 500, insgesamt 2000 Menschen waren von den Ausländerbehörden zur Abschiebung angemeldet worden. Nach Angaben der Zentralen Ausländerbehörde Bielefeld, die die Abschiebungen im Auftrag der nördlichen Bundesländer organisiert, tauchen ca. 70% der nicht abgeschobenen in Deutschland unter - damit werden sie rechtlos, ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und weitere Sozialleistungen.

Auf unsere Kleine Anfrage erhielten wir folgende Antwort der Bundesregierung:


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07.05.2011
Ulla Jelpke
Zahl der Abschiebungen in den Kosovo weiter erschreckend hoch „Die Zahl der Abschiebungen in den Kosovo ist weiter erschreckend hoch", kommentiert Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (17/5617) ihrer Fraktion. Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter: „Trotz der katastrophalen Lebensumstände insbesondere für Roma werden weiterhin Abschiebungen in den Kosovo durchgeführt. Nach den mir nun vorliegenden Zahlen der Bundesregierung wurden im Jahr 2010 insgesamt 531 Personen in den Kosovo abgeschoben. Im Jahr 2009 waren es 523. Der Kosovo bleibt damit, nach der Türkei, Hauptzielland von Abschiebungen. 377 Personen reisten ‚freiwillig‘ aus, um einer zwangsweisen Abschiebung zu entgehen. Damit verbleiben zum Stand 31. März mehr als 12.000 ausreisepflichtige Personen aus dem Kosovo in Deutschland, davon circa 9.500 Angehörige der Roma-Minderheiten. Am 30. Juni 2009 befanden sich noch über 14.400 ausreisepflichtige Personen aus dem Kosovo in Deutschland, davon annähernd 12.000 RAE-Minderheitenangehörige.

Die dramatischen Auswirkungen dieser Politik beschränken sich nicht nur auf Abschiebungen und erzwungene ‚freiwillige‘ Ausreisen in den Kosovo. Nach Angaben der Zentralen Ausländerbehörde in Bielefeld scheitern schätzungsweise 75 Prozent der Abschiebungen daran, dass die Betroffenen aus Angst vor einer Abschiebung in die Illegalität gezwungen werden. Damit werden tausendfach neue humanitäre Probleme geschaffen. Zumeist geht es um Menschen, die bereits seit vielen Jahren in Deutschland leben - als Illegalisierte haben sie keinerlei Rechte, keinen gesicherten Zugang zu Bildung, Sozial- und Gesundheitsleistungen und auch keine Möglichkeit, einer legalen Beschäftigung nachzugehen. Dass hiervon vor allem Roma betroffen sind und sie dadurch um jede gleichberechtigte Zukunftschance gebracht werden, lässt regierungsamtliche Strategien zur Integration der Roma in Europa als völlig unglaubwürdig erscheinen.

Bund und Länder sind gefordert, nun endlich einen Schlussstrich zu ziehen und insbesondere den Roma aus dem Kosovo, auch aus historischer Verantwortung, ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland zu gewähren."



29.04.2011


Abschiebungen nach Syrien müssen sofort gestoppt werden

„Abschiebungen nach Syrien müssen sofort gestoppt werden“, fordert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke. Sie fährt fort: „Die Bundesregierung hat in diesem Jahr bislang über 160 Menschen für eine Abschiebung nach Syrien angemeldet. Vollzogen wurden zehn Abschiebungen. Dies ist Ergebnis einer Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE an die Bundesregierung (Drucksache 17/5429).

Die paradoxe Haltung, sich einerseits für Sanktionen gegen Syrien auszusprechen, andererseits syrischen Flüchtlingen in Deutschland ihre Abschiebung nach Syrien anzudrohen, muss beendet werden. Syrien ist nicht erst seit den vergangenen Wochen ein Unrechtsstaat. In syrischen Gefängnissen wird gefoltert, und es verschwinden Menschen. Auch aus Deutschland abgeschobene Syrer sind bereits in den Fängen der syrischen Sicherheitskräfte gelandet. Einer von ihnen sitzt seit dem vergangenen Juli im Gefängnis - wegen Straftaten, die er in Deutschland begangen haben soll. Ismail Abdil, ein Menschenrechtsaktivist mit syrischer und deutscher Staatsangehörigkeit, ist von einem Besuch in Syrien nicht zurückgekehrt. Stattdessen landete er zunächst ebenfalls im Gefängnis und ist nun mit einer Ausreisesperre belegt.

Mit einer Stabilisierung der Lage in Syrien ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Deshalb kann ein Abschiebestopp nur der erste Schritt sein. Die über 4000 in Deutschland geduldeten Syrer und weitere Staatenlose aus Syrien müssen umgehend ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten. An dieser Forderung hält die Fraktion DIE LINKE weiterhin fest.“

Ulla Jelpke


21. Februar 2011 Tobias Pflüger

Für demokratische Bewegungen - gegen Ausstattungshilfe für autoritäre Regime

Zu den aktuellen Entwicklungen im arabischen Raum, insbesondere in Libyen, erklärt Tobias Pflüger, Mitglied im Parteivorstand der LINKEN:

DIE LINKE verurteilt die brutalen Übergriffe von Polizei und Militär auf Demonstranten insbesondere in Libyen, Bahrain und Jemen. Sowohl der Einsatz von Schusswaffen als auch das Töten von friedlichen Demonstranten sind völlig inakzeptabel. DIE LINKE ist weiterhin solidarisch mit den Demokratiebewegungen in arabischen Staaten und appelliert an die dort Herrschenden und an die Demonstranten einen friedlichen Wandel hin zu demokratischen Verhältnissen zu ermöglichen.

Ähnlich wie in Tunesien und Ägypten praktizieren die Verantwortlichen in der Europäischen Union und in Deutschland eine fadenscheinige Politik: Strategische Interessen und so genannte "Stabilität" scheinen hier einigen Vertretern näher zu stehen als demokratische Proteste.

Libyen spielt für die Ölversorgung Deutschlands und anderer EU-Staaten eine wesentliche Rolle. Der Ölpreis steigt inzwischen aufgrund der Bürgerkriegssituation im Wüstenstaat. Libyen wird von der Europäischen Union als Handlanger für seine brutale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen benutzt. Eine unrühmliche Rolle spielt dabei die Grenzschutzagentur Frontex. Es ist an der Zeit, dass sämtliche Vereinbarungen, die die EU und Frontex mit Libyen geschlossen haben, suspendiert werden. DIE LINKE fordert seit Jahren die Auflösung von Frontex.

Ausstattungs- und Ausbildungshilfen Deutschlands für Polizei, Militär und Geheimdienste von autoritären Regimen sowie sämtliche Rüstungsexporte müssen endlich beendet werden.

Bahrain und Dschibuti sind Länder in denen sich wichtige Militärstützpunkte der USA bzw. Deutschlands befinden. Auch wegen dieser strategischen Interessen hält sich Deutschland mit deutlicher Kritik am gewalttätigen Vorgehen staatlicher Stellen zurück.  Bundeswehr-Stützpunkte in autoritären Ländern wie Dschibuti müssen geschlossen werden.

DIE LINKE wünscht den Demokratiebewegungen in Ägypten, Tunesien, Algerien, Libyen, Bahrain, Jemen, Dschibuti und anderen arabischen Ländern viel Erfolg. DIE LINKE wird sich hierzulande mit ihren Gliederungen weiterhin aktiv an Solidaritätsdemonstrationen für die Demokratiebewegungen in den arabischen Staaten beteiligen.



27.12.2010

Ausgrenzung nimmt zu

Rückblick 2010. Heute: Flüchtlingspolitik.

Hierbleiben darf, wer fleißig und »nützlich« ist. Von Schulleistungen der Kinder sollen Familienschicksale abhängen

Von Ulla Jelpke

Wer der Wirtschaft nicht nutzt, muß gehen – diese Maxime galt auch 2010 in der deutschen Flüchtlingspolitik. Im Fokus der Abschiebebehörden stehen vor allem zwei Gruppen. Dies sind zum einen 12000 Roma aus dem Kosovo, die während und nach dem von der Bundeswehr mitgeführten Krieg gegen Restjugoslawien 1999 nach Deutschland geflohen sind, und zum anderen mindestens 7500 vor allem kurdische Flüchtlinge aus Syrien. Ihnen droht aufgrund des deutsch-syrischen Rückführungsabkommens die Ausweisung und damit Verschleppung und Folter.

Bislang kommt die Maschinerie allerdings nur schleppend in Gang: Rund 450 Abschiebungen in den Kosovo und 20 bis 30 nach Syrien haben 2010 stattgefunden. Doch die Verbliebenen haben weiterhin nur eine Duldung ohne regulären Aufenthaltsstatus. Das bedeutet eingeschränkte soziale Rechte und Angst vor Deportationen als ständiger Begleiter. Besonders betroffen sind davon die hier aufgewachsenen Kinder, die keinerlei Bezug zum Herkunftsland der Eltern haben.

Zumindest die Roma haben viele Fürsprecher – von internationalen Menschenrechtsorganisationen bis zu breiten lokalen Bündnissen. Dennoch hält die Bundesregierung an ihrer rigiden Politik fest.

Die Roma aus dem Kosovo und die syrischen Kurden gehören zur Gruppe der über 80000 Menschen, die mehrheitlich seit über sechs Jahren nur geduldet in Deutschland leben. Alle Versuche, zu einer dauerhaften und wirksamen Bleiberechtsregelung zu kommen, sind bisher an den Innenministern der Länder gescheitert. Der im Dezember von ihnen beschlossene Kompromiß, in Deutschland aufgewachsenen und gut integrierten Jugendlichen ein Bleiberecht zu gewähren, folgt reinen Nützlichkeitserwägungen. Nur 15- bis 18jährige mit guten Schulleistungen sollen künftig eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Für ihre Eltern (und Geschwister) bedeutet das aber nur einen Aufschub. Sind die Jugendlichen volljährig und die Eltern immer noch von Sozialleistungen abhängig, müssen sie das Land verlassen. Für die meisten wird das einfach den Rückfall in die Duldung bedeuten – vielleicht für immer.

Für Geduldete gelten zahlreiche Restriktionen, darunter die Residenzpflicht. Ohne Erlaubnis dürfen sie das Bundesland, in dem ihnen ihr Wohnsitz zugewiesen wurde, nicht verlassen. Die Ausländerbehörden können die Bewegungsfreiheit sogar bis auf den Bereich ihrer Kommune einschränken. Asylbewerber dürfen sich von vornherein nur im Bezirk ihrer Ausländerbehörde bewegen. Durch neue Anwendungsregelungen in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ist dieses Regime 2010 zwar gelockert worden, innerhalb des Bundeslandes dürfen sie sich nun frei bewegen. Eine im Koalitionsvertrag vereinbarte Lockerung auf Bundesebene orientiert sich ebenfalls an der wirtschaftlichen Nützlichkeit der Schutzsuchenden. Die Erweiterung ihres Aufenthaltsbereiches auch über die Landesgrenzen hinweg soll nur möglich sein, wenn dies der Arbeitsaufnahme dient.

Einen Rüffel mußte die Bundesregierung 2010 in bezug auf die Leistungen für Flüchtlinge einstecken. Auf Anfrage der Linksfraktion mußte sie einräumen, daß die 1993 auf umgerechnet 184 Euro festgelegten und seither unveränderten »Grundleistungen« nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nach dem aktuellen »Hartz IV«-Urteil des Bundesverfassungsgerichts grundgesetzwidrig sind. Ob aus diesem Eingeständnis eine Anhebung der Sozialleistungen resultieren wird, bleibt abzuwarten.

Auf europäischer Ebene arbeitet die Bundesregierung darauf hin, daß immer weniger Flüchtlinge überhaupt in die EU und nach Deutschland gelangen können. Vehement sträubt sie sich gegen eine Änderung des sogenannten Dublin-Systems, nach dem Asylbewerber immer in dem Land ihr Verfahren betreiben müssen, über das sie in die EU gelangt sind. Griechenland ist aufgrund seiner geographischen Lage mit einer besonders hohen Zahl Asylsuchender konfrontiert – und daher an einer Änderung dieser Regelungen interessiert. Doch von Deutschland wird bislang jede Forderung in diese Richtung abgeschmettert. Dabei sind die Zustände im griechischen Asylsystem katastrophal und der Umgang der Behörden mit Flüchtlingen grob rechtswidrig. Sie werden mit körperlicher Gewalt am Überschreiten der Grenze gehindert – unter den Augen der EU-Grenzschutzagentur FRONTEX und unter tätiger Mithilfe der von ihr mobilisierten Grenzschützer aus ganz Europa. Die Rechtsgrundlagen zur Arbeit von FRONTEX und die in den Regularien enthaltenen Formulierungen zur Achtung der Menschenrechte interessieren hier offenbar kaum jemanden.

Die Bundesregierung treibt den Aufbau von FRONTEX und eines umfassenden europäischen Konzepts zur Abschottung der Europäischen Union voran und blockiert zugleich Verbesserungen beim Flüchtlingsschutz. Die EU-Kommission hatte 2009 eine ganze Reihe von Vorschlägen zur weiteren rechtlichen Harmonisierung und für minimale Verbesserungen des Asylrechts in der EU gemacht, die von der Bundesregierung mit einer Batterie von Einwänden ausgebremst wurden.

http://www.jungewelt.de/2010/12-27/025.php
 
 
 
Mo., 21.06.2010:
„Abschiebungen in den Kosovo werden bedenkenlos fortgesetzt. Auch Familien, Alte und Kranke bleiben von der Abschiebemaschinerie nicht verschont,“ fasst Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zusammen. Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion, erklärt weiter:

„In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden 213 Menschen von den Flughäfen Karlsruhe/Baden-Baden und Düsseldorf abgeschoben. Von den Ausländerbehörden im gleichen Zeitraum wurden 918 Abschiebungsaufträge an die Koordinierungsstellen in Karlsruhe und Bielefeld gegeben. Zwei Drittel der Betroffenen gehören den Roma oder anderen Minderheiten im Kosovo an, die dort mit ökonomischem Elend und rassistischer Diskriminierung durch Behörden und große Teile der Mehrheitsbevölkerung konfrontiert sind. Vor allem Kinder leiden unter ihrer Abschiebung, weil sie eine in Deutschland begonnene Schuldbildung im Kosovo nicht fortsetzen können.

DIE LINKE hält vor diesem Hintergrund an ihrer Forderung fest, insbesondere den Roma aus dem Kosovo Bleiberecht zu gewähren (BT-Drs. 17/784). Der Innenausschuss des Bundestages wird zu diesem Antrag am kommenden Montag eine Anhörung durchführen.“



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22.Jahrestag des Giftgasangriffs von Halabja - Bundesregierung leugnet Verantwortung deutscher Händler des Todes
 
24.02.2010 – Ulla Jelpke
Nicht die Abschottungspolitik sondern den Flüchtlingsschutz stärken
"Nicht die Abschottungspolitik muss gestärkt werden, sondern der Flüchtlingsschutz. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit", fordert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, angesichts des heute vorgestellten Vorschlags der EU-Kommission, die so genannte Grenzschutzagentur FRONTEX zu stärken. Jelpke weiter:

"FRONTEX steht für Abschottung und die Abschiebung von Flüchtlingen in das Elend ihrer Herkunftsstaaten. FRONTEX steht dafür, dass Tausende von Flüchtlingen dazu gezwungen werden, für ihre Flucht gefährliche Umwege zu wagen, die viele von ihnen das Leben kosten. Diese inhumane Politik will die EU-Kommission nun intensivieren. FRONTEX soll mehr Mittel erhalten, mehr Schiffe und Flugzeuge sowie mehr Personal. Die Agentur soll Operationen zum Abdrängen von Flüchtlingen sowie zu deren Abschiebung leiten können.

Es steht leider zu befürchten, dass dadurch die vielfache Missachtung der Grundrechte von Flüchtlingen nicht gemildert, sondern vielmehr verschärft wird. Denn es ist naiv zu glauben, durch eine Grundrechte-Schulung der Grenzpolizisten würde aus der Abschottungs-Agentur FRONTEX eine humanitäre Organisation zur Aufnahme von Flüchtlingen. Im Gegenteil: Das Zurückweisungsverbot steht bei FRONTEX-Einsätzen nach wie vor nur auf dem Papier. In der Realität werden Schutzsuchende ohne Prüfverfahren in Länder wie Libyen zurück verfrachtet, in denen Menschen- oder Flüchtlingsrechte nichts gelten."


Fr., 27.11.2009:
Bundestag berät über Bleiberecht. Für 30000 Betroffene endet die Duldung zum Jahresende. Regierung setzt auf Innenministerkonferenz
(erschienen in junge Welt 27.11.2009)

Die Auseinandersetzung um das Bleiberecht für langjährig geduldete Flüchtlinge ist am Donnerstag im Bundestag in die nächste Runde gegangen. Anlaß war das Schicksal von etwa 30000 Menschen, die nach einer Regelung aus dem Jahr 2007 eine sogenannte Aufenthaltserlaubnis »auf Probe« haben. Diese läuft zum Jahresende aus. Die Betroffenen erhalten nur dann reguläre Papiere, wenn sie sich »überwiegend« aus eigener Erwerbstätigkeit finanzieren können. Noch ist vollkommen unklar, was mit denjenigen passieren soll, die das bislang nicht geschafft haben. Nach einer Stichprobe durch die Bundesagentur für Arbeit hat nur die Hälfte der Betroffenen einen Job, von dem sie sich ganz oder zumindest zu mehr als 50 Prozent selbst finanzieren können. Der anderen Hälfte droht also zum Jahresende der Verlust der Aufenthaltserlaubnis »auf Probe«. Fallen sie zurück in die Duldung drohen erneut Arbeitsverbot, Residenzpflicht, Lagerunterbringung und reduzierte Sozialleistungen.

Die CDU/CSU-FDP-Regierung von hat sich mit diesem Problem im Koalitionsvertrag nicht befaßt. Das war ein wesentlicher Grunddafür, daß die Verhandlungsgruppe für Innenpolitik als erste Vollzug melden konnte. Im Vertrag heißt es lediglich: »Wir sind uns einig, daß (vor dem Hintergrund der momentanen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen) Handlungsbedarf besteht. Zeitgerecht wird eine angemessene Regelung gefunden werden.« Diese »angemessene Regelung« soll nun offensichtlich auf der Anfang Dezember in Bremen tagenden Innenministerkonferenz (IMK) gefunden werden, also genau in dem Gremium, das in den vergangenen Jahren immer eine humanitäre Lösung des Problems verhindert hat. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Innen- und Rechtspolitik der FDP-Fraktion, Hartfrid Wolf, appellierte deshalb an die IMK, die derzeitige Regelung einfach um ein Jahr zu verlängern. »Wir brauchen die Zeit, um in Ruhe eine vernünftige und tragfähige Lösung zu finden«, so Wolf gegenüber der Zeitung Die Welt. Für eine gesetzgeberische Lösung ist es schon zu spät, denn die müßte noch vor der Weihnachtspause Bundestag und Bundesrat passieren.

Deshalb ist nun, wie so oft in den vergangenen Jahren, wieder die IMK am Zug. Dort zeichnet sich keine Lösung ab. Eine Beschlußvorlage der SPD-Innenminister liegt vor, ist aber schon auf deutliche Ablehnung gestoßen. Darin wurde vorgeschlagen, schon das »Bemühen« um einen Arbeitsplatz oder ehrenamtliches Engagement solle ausreichen, um eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Dazu meinte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU): »Wowereit und Körting wollen offenbar eine beliebige Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis auch für diejenigen ermöglichen, die sich in Zukunft erfolglos um Arbeit bemühen. Das hieße: Daueraufenthalt auf Kosten der Sozialkassen.«


16.10.2009 – Sevim Dagdelen
Schwarz-gelber Stillstand in der Integrationspolitik
"Zuverlässig ist man auch, wenn man regelmäßig versagt. Schwarz-Gelb setzt die Politik der Ausgrenzung und Ungleichstellung fort, indem auch sie keinerlei Maßnahmen ergreift, um die soziale Situation der Migrantinnen und Migranten und somit deren Integration zu verbessern", kritisiert Sevim Dagdelen die Verhandlungsergebnisse von Union und FDP in der Integrationspolitik. "Fortgeführt wird auch der Nützlichkeits- bzw. Elitenrassismus – erleichterte Einwanderung von Fachkräften und Hochqualifizierten einerseits, Abschottung gegenüber Flüchtlingen und eine repressive Integrationspolitik gegenüber den hier lebenden Migrantinnen und Migranten andererseits", so die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Zudem erhalte der ausgrenzende Diskurs über die angebliche ‚Integrationsunwilligkeit’ von Migrantinnen und Migranten neue Nahrung durch die einseitige Konzentration auf das Thema Spracherwerb. Dagdelen:

"Nicht das, was Union und Liberale vereinbart haben, ist das zentrale Problem, sondern das was sie nicht vereinbart haben. Eine Reihe schikanöser Regelungen bleiben unangetastet, darunter die Einschränkung des Ehegattennachzugs durch den geforderten Nachweis von Sprachkenntnissen und die jüngsten Gesetzesverschärfungen bei Einbürgerungen. Auf diese Weise wird sich die verhängnisvolle Entwicklung der letzten zehn Jahre, in denen sich die Einbürgerungszahlen halbiert haben, nicht umdrehen lassen.

Zum Kommunalen Wahlrecht für Drittstaatenangehörige wird sich im schwarz-gelben Koalitionsvertrag wohl wieder einmal nur einen Prüfauftrag finden. So hatte es schon die große Koalition vereinbart. Daraus geworden ist bekanntlich ist nichts. Über die Verlängerung der auslaufenden Bleiberechtsregelung sollen die Länderinnenminister entscheiden. Gesetzesänderungen zur Vermeidung von Kettenduldungen in der Zukunft wird es nicht geben.

Hochqualifizierte will man einwandern lassen. Wirksame Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten bei der Ausbildung und im Arbeitsmarkt oder gegen die Benachteiligung ihrer Kinder im Bildungssystem, wie sie die OECD in einer gestern veröffentlichten Studie bemängelt, sind hingegen nicht geplant. Einzig der Beschluss, Migrantinnen und Migranten einen gesetzlichen Anspruch auf Anerkennung ihrer ausländischen Bildungsabschlüsse innerhalb von sechs Monaten zu geben, ist zu begrüßen. Die Idee dazu stammt übrigens aus einem Antrag der LINKEN von 2007."


14.10.2009 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke
Abschiebungen von Roma in den Kosovo sind inhuman und geschichtsvergessen "Die Bundesregierung will weit mehr als 10.000 in Deutschland lebende Roma in den nächsten zehn Jahren in den Kosovo abschieben – und damit in absolutes Elend und tagtägliche Ausgrenzung", kommentiert Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zu Abschiebungen in den Kosovo.   Mehr
Flüchtlinge brauchen Schutz
"Menschen in Not Schutz zu gewähren ist und bleibt eine humanitäre Verpflichtung", erklärt Ulla Jelpke zum "Tag des Flüchtlings" am 2. Oktober. Zahlreiche Initiativen und Organisationen rufen vom 2. bis 4. Oktober zu Kundgebungen gegen die geplanten Massenabschiebungen von Roma in den Kosovo auf. DIE LINKE unterstützt diese bundesweiten Protestaktionen und fordert die Bundesregierung auf, den Betroffenen endlich einen sicheren, dauerhaften Aufenthalt in der Bundesrepublik zuzusichern.   Mehr

Den Stimmlosen eine Stimme geben – Flüchtlingsrechte stärken "Schon die große Koalition hat sich unfähig und unwillig gezeigt, elementare Flüchtlingsrechte zu realisieren. Es ist zu befürchten, dass unter einer schwarz-gelben Regierung die Unterscheidung zwischen so genannten wirtschaftlich nützlichen Einwanderern und unerwünschten Opfern von Krieg und neokolonialer Ausbeutung noch mehr Gewicht bekommt", erklärt Ulla Jelpke. Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE unterstützt die Forderung von Pro Asyl und Amnesty International nach einer Stärkung der Rechte von Flüchtlingen.   Mehr
Flüchtlingspolitik: Aussagen vor der Wahl

Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und FDP befürworten einen humaneren Umgang mit Flüchtlingen. Allerdings räumten Andrea Nahles (SPD) und Hartfrid Wolff (FDP) bereits ein, bei einer Koalition mit der CDU auf Vorstöße zu verzichten. Ansonsten will man: die geltende Stichtagsregelung aufheben, nach der nur jenen Flüchtlingsfamilien dauerhafter Aufenthalt gewährt wird, die mindestens seit dem 1. Juli 2001 in der BRD leben (Alleinstehende seit dem 1. Juli 1999); Kettenduldungen und das damit verbundene Arbeitsverbot abschaffen; die Residenzpflicht, der zufolge Flüchtlinge ihren Kreis nicht ohne Sondergenehmigung verlassen dürfen, aufheben; ebenso das Asylbewerberleistungsgesetz, nach dem Betroffenen nur Sachleistungen gewährt werden; den Aufenthalt ohne Jobnachweis gewähren.

Die CDU droht im Wahlprogramm mit »Begrenzung und Steuerung der Zuwanderung«, lehnt kommunales Wahlrecht und doppelte Staatsbürgerschaft ab – für letztere zeigen sich SPD und FDP dagegen offen. Die FDP verkündet, bei Zuwanderung per »Auswahlverfahren« vor allem »hochqualifizierte Arbeitnehmer« ansprechen zu wollen. Die SPD will Ausbildungsabschlüsse aus den Herkunftsländern künftig anerkennen, Ehegattennachzug erleichtern und Flüchtlingen »angemessenen Zugang zu sozialen Leistungen« sichern.

Die Grünen wollen das Bleiberecht großzügiger als bisher regeln; sprechen sich für ein Asylrecht im Grundgesetz aus, »das seinen Namen auch verdient« sowie für »soziale Mindeststandards«. Anders als die Linken wollen Die Grünen Abschiebehaft jedoch nicht beenden, sondern auf einen Zeitraum »von maximal sechs Monaten« begrenzen. Die Linke will »die Flucht vor bürgerkriegsähnlichen, nichtstaatlichen Auseinandersetzungen, vor Milizen und Warlords als Grund für bleibendes Asyl anerkennen«; Leitstellen gegen Diskriminierung und Rassismus in allen Bundesländern einrichten und benachteiligende Regelungen und Gesetze für Flüchtlinge aufheben. Auf europäischer Ebene will sie sich für »menschenrechtlich fundierte Asylpolitik« einsetzen: Sammellager und die Grenzschutzagentur Frontex abschaffen, die Verschiebung von Flüchtlingen verbieten. Ähnlich, nur unkonkreter, formulieren das Die Grünen. (düp)
http://www.jungewelt.de/2009/09-25/046.php

 

Gute Argumente: Krieg in Kurdistan - Kurden in Deutschland

Do., 23.07.2009:
In keinem Land außerhalb des Nahen Ostens leben so viele kurdischstämmige Menschen wie in Deutschland. Genaue Zahlen fehlen, da von deutschen Behörden nur ihr Herkunftsstaat – Türkei, Irak, Syrien oder Iran – registriert wird, nicht aber die Zugehörigkeit zur kurdischen Volksgruppe.
Schätzungen gehen von 600.000 bis 800.000 kurdischstämmigen Bürgerinnen und Bürgern aus, die als Arbeitsmigranten oder Flüchtlinge nach Deutschland kamen oder hier bereits in zweiter oder dritter Generation leben. Durch diese große kurdische Diaspora und die engen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei ist Deutschland mehr als alle anderen europäischen Staaten unmittelbar in die kurdische Frage verwickelt.

Von Lausanne bis Nabucco:
Auf der „Friedenskonferenz“ von Lausanne wurden 1923 die kurdischen Siedlungsgebiete des ehemaligen Osmanischen Reiches von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges auf die vier Staaten Türkei, Irak, Iran und Syrien aufgeteilt. Kurdistan wurde zu einer internationalen Kolonie, wie der türkische Sozialwissenschaftler İsmail Beşikçi schrieb. In der kurdischen Osttürkei befindet sich heute strategische militärische Infrastruktur für NATO-Operationen im Nahen Osten und Zentralasien wie Flughäfen und Spionageposten entlang der syrischen, irakischen und iranischen Grenze. Die geostrategische Bedeutung Kurdistans liegt auch in Energiequellen wie Wasser und Öl sowie den über kurdisches Siedlungsgebiet verlaufenden Pipelines aus dem Kaukasus und dem Irak wie der jetzt beschlossenen Nabucco-Gaspipeline. Die Folge ist eine massive Militarisierung der ganzen Region und die Unterdrückung der demokratischen Rechte der dort lebenden Menschen.

Türkei:

In der Türkei setzte bereits in den 20er Jahren eine radikale Zwangsassimilation der kurdischen Bevölkerung ein. Die kurdische Sprache wurde lange Zeit völlig verboten, Kurden nur noch als „Bergtürken“ bezeichnet und ihre Aufstände blutig niedergeschlagen. Gegen diese Unterdrückung begann die Arbeiterpartei Kurdistans PKK ab 1984 einen Guerillakampf für ein unabhängiges sozialistisches Kurdistan. Als die PKK ab 1990 Massenzulauf bekam, bildeten sich auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Menschenrechtsvereine und legale, aber immer wieder verbotene prokurdische Parteien. Die türkische Armee reagierte mit einer Verschärfung des Krieges durch systematische Dorfzerstörungen und die Ermordung Tausender Zivilisten durch Todesschwadronen. Gewählte Abgeordnete wie Leyla Zana wurden aus dem Parlament heraus verhaftet. 1999 gelang verschiedenen Geheimdiensten die Verschleppung des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan in die Türkei, wo er bis heute auf der Gefängnisinsel Imrali gefangen ist. Öcalan und die PKK fordern keinen eigenen Staat mehr, sondern eine demokratische Türkei, in der die kurdische Identität in einer neuen Verfassung anerkannt wird und die kurdischen Provinzen eine weitergehende Selbstverwaltung erhalten. Seit 2007 setzt sich eine 20-köpfige Fraktion der linken kurdischen Partei für eine Demokratische Gesellschaft DTP im türkischen Parlament für eine solche politische Lösung des Konflikts ein. Bei den Kommunalwahlen im März 2009 wurde die DTP zur führenden Kraft in den kurdischen Landesteilen, wo sie die Zahl ihrer Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf nahezu Hundert verdoppeln konnte. Gegen die DTP läuft ein Verbotsverfahren, weil sich die Partei weigert, die PKK als „terroristisch“ zu verurteilen. Hunderte ihrer Mitglieder wurden allein seit den Kommunalwahlen verhaftet und zum Teil gefoltert. Im Frühjahr 2009 benannte selbst der islamisch-konservative türkische Staatspräsident Abdullah Gül die kurdische Frage als größtes Problem der Türkei, das gelöst werden müsse. Doch die Operationen der türkischen Armee und die grenzüberschreitenden Luftangriffe auf Dörfer im kurdischen Nordirak gehen weiter. Der 25-jährige Krieg kostete bis heute über 40.000 Menschenleben.

Syrien, Irak, Iran:

Auch in den anderen Teilen Kurdistans wurden Kurdinnen und Kurden oft grausam bekämpft. So zögerte das irakische Baath-Regime 1988 nicht, Giftgas gegen die Zivilbevölkerung in der Stadt Halabja einzusetzen. Die Technik zur Herstellung von Gaswaffen hatten vor allem deutsche Firmen geliefert. Eine Entschädigung der Opfer dieser Kriegsverbrechen wurde von der Bundesregierung bis heute abgelehnt, keiner der „Händler des Todes“ wurde in Deutschland verurteilt. Nach dem Sturz Saddam Husseins durch den Einmarsch der USA in den Irak wurden 2003 drei Provinzen des Nordirak zur autonomen Region Kurdistan ernannt. Ungeklärt ist, ob die auch von Arabern und Turkmenen beanspruchte Erdölstadt Kirkuk zur kurdischen Region kommen soll. Hier liegt bereits der Keim zukünftiger blutiger Auseinandersetzungen. In Syrien wurden Hunderttausende Kurden seit den 60er Jahren zu Staatenlosen erklärt. Trotz massiver Menschenrechtsverletzungen durch syrische Sicherheitsdienste hat die Bundesregierung 2008 ein Rückführungsabkommen mit der syrischen Regierung abgeschlossen. Damit droht Tausenden zumeist kurdischen Flüchtlingen die Abschiebung. Im Iran, wo rund acht Millionen Kurden leben, wurde in den letzten Jahren rund ein Dutzend kurdischer Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Frauenrechtsaktivistinnen als „Feinde Gottes“ zum Tode verurteilt.

Deutsch-türkische Waffenbrüderschaft:

Seit dem Bau der Bagdadbahn vor über 100 Jahren bestehen engste politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Im Rahmen der NATO rüstete die Bundesrepublik die türkische Armee während des Kalten Krieges massiv auf. Als sich die türkische Armee am 12. September 1980 zum dritten Mal an die Macht putschte, gaben ihr 1000 Fallschirmjäger der Bundeswehr Rückendeckung, die damals an einem NATO-Manöver in der Osttürkei teilnahmen. Angehörige türkischer Konterguerillaeinheiten, die für Folterungen und Morde an zahlreichen linken und kurdischen Aktivisten verantwortlich sind, wurden von GSG9 und Bundeswehr in Deutschland ausgebildet. Anfang der 90er Jahre überließ die Bundeswehr der türkischen Armee Tausende Panzer und andere Waffen aus ehemaligen NVA-Beständen, die bei der Zerstörung von rund 4000 kurdischen Dörfern zum Einsatz kamen. Bis heute ist die Türkei wichtigster Abnehmer deutscher Waffensysteme. So wurden 2008 rund 300 Leopard II-Panzer ausgeliefert, deren Verkauf noch unter der SPD-Grünen-Regierung vereinbart worden war.

Grenzüberschreitende Kurdenverfolgung:

Schon Ende der 80er Jahre wurde mit einem Mammutprozess gegen 20 kurdische Politiker vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht versucht, die gesamte PKK gestützt auf obskure Kronzeugenaussagen als terroristische Vereinigung zu brandmarken. Nachdem dies scheiterte, verbot das Bundesinnenministerium im November 1993 die PKK und weitere kurdische Vereinigungen. Als Vorwand dienten die zum Teil militanten Proteste von kurdischen Migranten gegen die Bombardierung ganzer Städte durch die türkische Armee. Seitdem wurden in den letzten 16 Jahren hunderte Vereine und Wohnungen von der Polizei durchsucht, zahlreiche Demonstrationen und Veranstaltungen verboten und Tausende Kurdinnen und Kurden wegen ihrer Solidarisierung mit dem Freiheitskampf zu Geld oder Haftstrafen verurteilt. Bis heute werden angebliche PKK-Funktionäre wegen „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ (§129 StGB) verurteilt, ohne dass ihnen außer der Unterstützung der PKK konkrete Straf- oder Gewalttaten nachzuweisen sind. 2008 verbot das Bundesinnenministerium auch den aus Dänemark sendenden Satellitensender Roj TV, der mit seinen Nachrichten-, Kultur-, und Kinderprogrammen in kurdischer, türkischer und arabischer Sprache für viele der hier lebenden kurdischstämmigen Migranten eine wichtige Informationsquelle ist. Die EU hat die PKK auf ihre Terrorliste aufgenommen.

Lösungsperspektiven:

Die LINKE unterstützt alle Initiativen für eine demokratische Lösung der kurdischen Frage. Daher fordert sie einen sofortigen Stopp der Waffenlieferungen an die Türkei und einen Abschiebestopp in die Türkei, den Irak, Iran und Syrien sowie gesichertes Aufenthaltsrecht für die hier lebenden Flüchtlinge. In Deutschland muss die eigenständige kurdische Sprache und Kultur mit allen notwendigen Folgen für eine gezielte Integrationspolitik der kurdischen Bevölkerungsgruppe anerkannt werden. Dazu gehört das Angebot von Kurdischunterricht an Schulen ebenso wie kurdischsprachige Mitarbeiter bei staatlichen und kommunalen Behörden. Kurdische Vereine müssen in gleichem Masse Zugang zu öffentlichen Fördermitteln erhalten wie andere migrantische Selbstorganisationen. Insbesondere muss die Kriminalisierung politisch aktiver Kurdinnen und Kurden in Deutschland beendet werden. Zahlreiche Kurdinnen und Kurden sind heute bereits wie andere Migrantinnen und Migranten innerhalb der Partei DIE LINKE aktiv –für Frieden in Kurdistan ebenso wie für soziale Gerechtigkeit und demokratische Grundrechte für alle in Deutschland lebenden Menschen.

http://www.ulla-jelpke.de/news_detail.php?newsid=1337

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http://www.ulla-jelpke.de/uploads/Gute_Argumente_Kurden.pdf

Ingelheim: Schluss mit Abschiebepraxis und den zugehörigen Abschiebegefängnissen

Zu dem vom SEK niedergeschlagenen Protest von Häftlingen des Abschiebegefängnisses im Rheinland-Pfälzischen Ingelheim, erklärt der migrationspolitische Sprecher der Partei DIE LINKE, Ali Al Dailami: Nicht zum ersten Mal protestieren Häftlinge, deren Antrag auf Asyl abgelehnt... [mehr]

Rassistische Sondergesetzgebung endlich abschaffen! Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., hat heute um 12:30 Uhr der Übergabe einer Petition des „Komitee für Grundrechte und Demokratie“ an den Bundestag beigewohnt. Darin fordert die Bürgerrechtsorganisation die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes. Die Übergabe findet auf der Eingangstreppe des Reichstags statt. Dazu erklärt Ulla Jelpke:  Mehr

13.Jun.2008 | von Tobias Pflüger
Gegen Flüchtlingsabwehr und deren Militarisierung, für die Auflösung von FRONTEX!

Am 06. Juni fand in Warschau beim Gebäude von FRONTEX eine internationale Protestkundgebung statt, bei der die Auflösung von FRONTEX gefordert wurde. Doch was ist FRONTEX?

FRONTEX ist die "Europäische Agentur für die ...

 
 
20. Mai 2008 Helmut Scholz Bundesregierung muss Zeichen setzen

Zu den beunruhigenden ausländerfeindlichen Entwicklungen in Italien erklärt Helmut Scholz, Mitglied des Parteivorstandes:  mehr


 
 
DIE LINKE. kritisiert Missachtung des Kindeswohls

Mi., 21.05.2008:
Derzeit häufen sich die Meldungen über einen menschenrechtswidrigen Umgang mit Flüchtlingskindern in Deutschland. Dazu erklärt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.:
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Koalition hat beim Bleiberecht versagt

29.04.2008: "Die Koalition hat bei der Schaffung einer gesetzlichen Altfallregelung für langjährig Geduldete auf ganzer Linie versagt", kommentiert Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE.



Im Landtag setzen sich humane Kräfte durch


14.03.2008 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke
20. Jahrestag des Genozids von Halabja: Die Händler des Todes dürfen nicht straffrei bleiben Anlässlich des 20. Jahrestags des Massakers von Halabja fordert Ulla Jelpke die Bundesregierung auf, den irakischen Giftgasangriff auf die kurdische Stadt und die Anfal-Kampagne als Völkermord anzuerkennen und die deutsche Mitverantwortung einzugestehen: "Saddam Husseins deutsche Giftgaslieferanten müssen für ihre Beihilfe zu Kriegsverbrechen bestraft und die ihre Opfer entschädigt werden." Mehr


Rassismus entgegentreten "Daher gilt es, dem Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft genauso entgegenzutreten wie den Neonazis der NPD", fordert Ulla Jelpke, "nicht nur in einer Aktionswoche gegen Rassismus, sondern auch dann, wenn dumpfer Rassismus im Parlamenten salonfähig gemacht wird." Mehr


München: Sevim Dagdelen zur Rolle des Militärstaates Türkei gegen Kurden und den Iran

Wie heute - pünktlich zur sogenannten Sicherheitskonferenz - bekannt wurde, soll das Kontingent der Bundeswehr von jetzt 3500 auf bis zu 6000 Soldaten aufgestockt werden. Ferner soll der Einsatz in Afghanistan auf weitere Provinzen ausgedehnt werden. Auch für den Kosovo ist eine Erhöhung auf über 2500 Bundeswehrsoldaten vorgesehen. Zusätzlich schickt Deutschland im Rahmen einer EU-Mission Polizeikräfte in den... [mehr]

 



Böhmer sollte sich von sich selbst distanzieren

30.01.2008: "Es ist völlig unglaubwürdig, wenn Maria Böhmer nun Roland Kochs rassistische Kampagne im Wahlkampf kritisiert", erklärt Sevim Dagdelen zum Treffen der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung mit Vertreterinnen und Vertretern von Migrantenorganisationen. Schließlich habe Böhmer gegenüber den von Koch geäußerten Vorschlägen mehr als nur Verständnis gehabt.


19.12.2007 – Pressemitteilung – Sevim Dagdelen
Katastrophale Bilanz der bisherigen Integrationspolitik "Ob Einbürgerung, Zwangsverheiratung, Partizipation in den Kommunen oder Bekämpfung des Rassismus: Die integrationspolitische Bilanz der Bundesregierung ist katastrophal, doch Maria Böhmer hält unverdrossen Sonntagsreden", kommentiert Sevim Dagdelen den von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer, mit einem halben Jahr Verspätung vorgelegten Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland. Mehr

09.12.2007 – Ulla Jelpke
Menschenrechte auch in Deutschland verletzt
Zum morgigen Internationalen Tag der Menschenrechte erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke:

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass die Menschenrechte noch längst nicht überall eingehalten werden. Das trifft auch auf die Bundesrepublik zu. Insbesondere Migrantinnen und Migranten werden in vielen Bereichen wie Bürger zweiter, ja dritter Klasse behandelt.

Das Recht auf Freizügigkeit existiert nicht für Asylbewerber – sie werden in oftmals abgelegenen, lagerähnlichen Wohnheimen festgehalten.

Der Schutz der Familie existiert nicht für Migrantenfamilien, die auseinandergerissen werden, wenn Elternteile oder Kinder abgeschoben werden oder der Familiennachzug behindert wird.

Die Menschenwürde wird mit Füßen getreten, wenn Migranten, ohne dass sie ein Verbrechen begangen haben, ins Gefängnis gesteckt werden, um dort monatelang auf ihre Abschiebung zu warten.

Gleichheit vor dem Gesetz gibt es für Migranten nicht, stattdessen besteht die Realität aus einer Vielzahl von Sondergesetzen, die häufig rassistisch motiviert sind.

Hinzu kommt, dass die Bundesrepublik weltweit an Menschenrechtsverletzungen beteiligt ist bzw. Beihilfe dazu leistet: Durch die Kriegführung in Afghanistan, der schon Tausende Unschuldige zum Opfer gefallen sind, durch Rüstungsexporte an Diktaturen, durch die logistische Unterstützung beispielsweise der USA im Irak-Krieg.

Oftmals wären überhaupt keine großen Schritte notwendig, diese Menschenrechtsverletzungen zu beenden.


Nur 20.000 erhielten Bleiberecht

15.11.2007: "Nach den nun vorliegenden Zahlen war der Bleiberechtsbeschluss wie befürchtet ein Schlag ins Wasser." Diesen Schluss zieht Ulla Jelpke aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. Demnach erhielten von den 72.000 Menschen, die länger als sechs Jahre in Deutschland leben und einen entsprechenden Antrag gestellt haben, weniger als 20.000 ein dauerhaftes Bleiberecht.


02.11.2007 – Pressemitteilung – Sevim Dagdelen
Soziale Konflikte dürfen nicht ethnisiert werden Zu den Übergriffen von nationalistischen-rechtsextremistischen türkischen Gruppierungen auf kurdische Einrichtungen und Personen und zu den Forderungen von Politikern beteiligte Jugendliche auszuweisen, erklärt die integrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE. und stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe, Sevim Dagdelen: Mehr

LINKE lehnt EU-Migrationspolitik ab
Mittwoch, 24. Oktober 2007
Dagdelen (LINKE): Blue-Card
gibt Migranten zu wenig Rechte



01.10.2007 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke
Durchsetzung von Abschiebungen um jeden Preis Um missliebige Ausländer loswerden zu können, kollaborieren deutsche Behörden auch mit korrupten Vertretern von Staaten, denen schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt werden. Diesen Schluss legt die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. nahe, die nun vorliegt. Mehr

27.09.2007 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke
Für ein humanitäres und großzügiges Flüchtlingsrecht "Trotz stetig sinkender Asylbewerberzahlen hält die Bundesregierung an ihrer restriktiven Linie in der Flüchtlingspolitik fest", kritisiert Ulla Jelpke anlässlich des morgigen Tags des Flüchtlings. Flüchtlinge würden weiter unter Generalverdacht gestellt, das Recht auf Asyl und die Sozialleistungen für Asylbewerber "missbrauchen" zu wollen. DIE LINKE hingegen trete für ein humanitäres und großzügiges Asyl- und Flüchtlingsrecht ein. Mehr
22.08.2007 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke
Umsetzung des Bleiberechts weiter schleppend Die vollmundigen Ankündigungen der Landesinnenminister, 60.000 Menschen könnten von ihrer Bleiberechtsregelung profitieren, erweisen sich als Makulatur. Die nun vorliegenden Zahlen mit Stand 30.06.2007 zeigen deutlich: der IMK-Kompromiss wird nur schleppend umgesetzt. Von über 70.000 Antragstellern haben bisher 14.353 eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. 4.200 Anträge auf eine Aufenthaltserlaubnis wurden abgelehnt. 23.000 Anträge sind noch gar nicht entschieden. Mehr

17.07.2007 – Kleine Anfrage – Drucksache 16/6087
Terrorismusbekämpfung im Asyl- und Aufenthaltsrecht Terrorismusbekämpfung ist Teil des Aufenthalts- und Asylrechts. Der Flüchtlingsstatus kann verwehrt werden, wenn Verdacht auf Verbindungen zu terroristischen Gruppierungen besteht. Regelmäßig findet bei Staatsangehörigen aus »Risikostaaten« eine Sicherheitsüberprüfung statt, wenn sie ihren Aufenthaltstitel verlängern wollen. Zur Wehr zu setzen kann man sich kaum - denn bei der Grundlage einer Ausweisung wegen Terrorismusverdacht handelt es sich um Geheimdienstinformationen. Mehr (PDF)

Kabinett beschließt Beitrag zum Integrationsplan
Mittwoch, 11. Juli 2007
Dagdelen: Gipfel ist Feigenblatt
für integrationsfeindliche Politik


 
Die Regierung will mehr für Inte-
grationskurse aufwenden - nach-
dem die Mittel zuvor gekürzt
wurden. Foto: dpa

Berlin (dpa). Einen Tag vor dem zweiten Integrationsgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Kabinett am Mittwoch den Beitrag des Bundes zum Nationalen Integrationsplan beschlossen. Im Zentrum stehen 150 konkrete Maßnahmen und Selbst- verpflichtungen, wie die Migrations- beauftrage der Regierung, Maria Böhmer (CDU), in Berlin mitteilte. Dabei geht es unter anderem um eine Aufstockung der Integrationskurse und bessere Ausbildungschancen für Jugendliche aus Zuwandererfamilien. Sevim Dagdelen, integrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, spricht von  «Lippenbekenntnissen».
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26.06.2007 – Sevim Dagdelen
Migrationspolitik à la Bundesregierung: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen
Zu Forderungen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, den Zuzug ausländischer Fachkräfte zu erleichtern, erklärt die migrations- und integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sevim Dagdelen:

Die Forderungen beweisen erneut die einseitige Sichtweise auf Migrationspolitik als Auslese von Fachkräften und Hochqualifizierten für den „globalen Standortwettbewerb“. Während Flüchtlingsrechte beschnitten und Sanktionen im Rahmen einer sozialpolitischen "Selektion" für Migrantinnen und Migranten verschärft werden, sollen gut ausgebildete Arbeitskräfte je nach Marktlage zur Stärkung des deutschen Wirtschaftsstandorts ins Land geholt werden. Allerdings möglichst zeitlich befristet und weitgehend ohne Rechte. Menschen werden auf ihre wirtschaftliche Nützlichkeit reduziert. Nach getaner Arbeit sollen sie dann aber auch wieder verschwinden.

DIE LINKE lehnt die Neuauflage des Gastarbeitermodells ab. Statt Menschen nach ihrer ökonomischen "Nützlichkeit" rassistisch einzuteilen, sollte die Bundesregierung rechtliche und soziale Partizipationsmöglichkeiten für alle Migrantinnen und Migranten schaffen.

Der 20. Juni ist der "Tag des Flüchtlings"
Dienstag, 19. Juni 2007
Ulla Jelpke (Die Linke): Koalition
muss Asylwiderrufe beenden



Flüchtlingslager im Irak. Foto: dpa
Berlin (LiZ). Vor dem Weltflüchtlingstag am morgigen Mittwoch hat die innenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Ulla Jelpke, darauf hingewiesen, dass laut Flüchtlingshilfswerk der UN derzeit 9,9 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind. Durch die Lage im Irak hat sich diese Zahl wieder erhöht. Hinzu kommen schätzungsweise 20 bis 25 Millionen Binnenflüchtlinge. "Die Bundesrepublik und die Europäische Union reagieren auf diese Entwicklungen vollkommen unangemessen", kritisierte Ulla Jelpke. Sie verschlechterten kontinuierlich den Schutz von Flüchtlingen und blieben hinter den Anforderungen der Genfer Flüchtlingskonvention zum Teil weit zurück.
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Die Linke: «Weiterer Angriff auf
Menschenwürde von Flüchtlingen»



Der Bundestag hat über zahlreiche
Neuregelungen im Zuwanderungs-
recht entschieden. Foto: dpa

Berlin (dpa). Gegen den heftigen Einspruch der Opposition hat der Bundestag das erst seit 2005 geltende Zuwanderungsrecht umfangreich geändert. In namentlicher Abstimmung votierten am Donnerstag 398 Abgeordnete für das Gesetz, 170 waren dagegen, 5 enthielten sich. Enthaltungen und Gegenstimmen kamen auch aus den Reihen der Regierungspartei SPD. Mit dem Gesetz werden elf EU-Richtlinien umgesetzt und darüber hinaus noch weitere Änderungen und Ergänzungen am Zuwanderungsgesetz vorgenommen. Dabei geht es um eine Bleiberechtsregelung für langjährig geduldete Ausländer und neue Regeln für den Ehegattennachzug, Integrationskurse und Einbürgerung.

Der Bundesausländerbeirat kritisierte, statt Integration zu fördern, halte wieder der «alte Abwehrgeist des Ausländerrechts von anno dazumal» Einzug. Die Einschränkungen beim Nachzug von Familienmitgliedern lägen an der Grenze zur Verfassungswidrigkeit, sagte der Beirats-Vorsitzende Memet Kilic am Mittwoch in Wiesbaden. «Der Zwang, vor der Einreise Sprachkenntnisse nachzuweisen, wird künftig de facto Familiennachzug verhindern, der grundgesetzliche Schutz von Ehe und Familie wird außer Kraft gesetzt.»

Die Grünen kritisierten bereits in der Innenausschuss-Sitzung, das Gesetzespaket werde die Ressentiments gegen Ausländer weiter schüren und verstoße in Teilen sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen EU-Recht. Die FDP beklagte, in den Anhörungen seien sowohl handwerkliche Fehler als auch massive grundrechtliche Probleme sichtbar geworden. Vertreter der Linksfraktion sprachen von einer «sozialen Selektionspolitik» und warfen der großen Koalition einen «weiteren Angriff auf die Menschenwürde von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten» vor.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass geduldete Ausländer unter bestimmten Voraussetzungen ein Bleiberecht erhalten. Sie müssen aber bis Ende 2009 eine Arbeit finden und erhalten in dieser Zeit keine höheren Sozialleistungen. Beim Ehegattennachzug soll ein Mindestalter von 18 Jahren festgelegt werden, zudem müssen künftig einfache deutsche Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Vor allem um die neuen Bleiberechts-Regeln für langjährig geduldete Ausländer hatte die schwarz-rote Koalition monatelang gerungen.

31.05.2007 – Ulla Jelpke
Bleiberecht für irakische Flüchtlinge
Zur heute und morgen in Berlin tagenden Innenministerkonferenz erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Ulla Jelpke:

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten bei ihrer Konferenz über die Abschiebung („Rückführung“) irakischer Flüchtlinge. Die Beschlussvorlage sieht vor, neben straffällig gewordenen auch unter Extremismusverdacht stehende Irakerinnen und Iraker in den Nordirak abzuschieben.

Mehreren tausend Irakerinnen und Iraker wurde bereits der Flüchtlingsstatus entzogen, sie werden in Deutschland nur noch geduldet. Angesichts der sich zuspitzenden Lage im Irak ist das ein Armutszeugnis für den Umgang der Bundesregierung mit schutzbedürftigen Menschen. Schweden und selbst die USA nehmen irakische Flüchtlinge auf, doch die deutschen Innenminister kennen nur die Parole „Raus, und zwar schnell“.

Dabei ist absehbar, dass die meisten irakischen Flüchtlinge auf Jahre hinaus nicht abgeschoben werden können. Nach den derzeitigen Erkenntnissen wird sich die Lage im Irak noch weiter verschärfen. Die Engstirnigkeit der Innenminister sorgt dafür, dass eine weitere, große Gruppe von Menschen von Kettenduldungen betroffen ist.

DIE LINKE. setzt sich dafür ein, Widerrufsverfahren gegen irakische Flüchtlinge einzustellen, Geduldeten einen Aufenthaltstitel zu geben und besonders schutzbedürftige irakische Flüchtlinge aufzunehmen. Ein entsprechender Antrag (BT-Drs. 16/5248) liegt dem Innenausschuss des Bundestages bei der nächsten Sitzung am 13. Juni zur Beratung vor.

Egal ob straffällig, unter Extremismusverdacht oder gesetzestreu, niemand darf in ein von Krieg und Bürgerkrieg zerrüttetes Land abgeschoben werden.


Do., 10.05.2007:
Mit diesem Antrag setzt sich die Fraktion DIE LINKE. dafür ein, gemeinsam mit anderen EU-Staaten besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen, keine Flüchtlinge dorthin abzuschieben und keinerlei Verfahren zum Widerruf des Asylstatus oder Flüchtlingsstatus anerkannter irakischer Flüchtlinge einzuleiten.

Der Antrag im Wortlaut:


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10.05.2007 – Ulla Jelpke
Weiter kein ausreichender Schutz für Flüchtlinge aus Sri Lanka
Das Bundesinnenministerium hat einen dreimonatigen Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Sri Lanka angeregt. Dazu erklärt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.:

Ein dreimonatiger Abschiebestopp ist kein ausreichender Schutz für Flüchtlinge aus Sri Lanka. Die Innenminister von Bund und Ländern gehen offensichtlich davon aus, dass Flüchtlinge aus dem Norden und Osten Sir Lankas in andere Landesteile fliehen können. Das ist eine Schutzbehauptung, um Abschiebungen eine Hintertür offen zu halten. Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen hat bereits im Dezember klar gestellt, dass es derzeit keine landesinterne Fluchtalternative gibt. Tamilen und Muslime müssen weiterhin überall mit gewalttätigen Übergriffen rechnen. Oppositionspolitiker und Journalisten werden auch in der Hauptstadt Colombo Opfer von Überfällen. In den letzten Wochen hat sich die Lage sogar weiter zugespitzt. Dennoch wurden noch Ende April Flüchtlinge aus Sri Lanka abgeschoben.

Zudem ist das Land mit 800.000 Binnenvertriebenen bereits jetzt völlig überfordert. Die Zentralregierung kann weder ihren Schutz noch ihre ausreichende Versorgung sicherstellen. Die Lage wird sich auf absehbare Zeit nicht nachhaltig verbessern.

DIE LINKE. hält deshalb an ihrer Forderung fest, keine Abschiebungen nach Sri Lanka durchzuführen und den in Deutschland lediglich geduldeten Flüchtlingen einen dauerhaften Aufenthaltstitel zu erteilen.

0.04.2007 – Ulla Jelpke
EU-Minister fordern: Aufrüsten gegen Flüchtlinge
Zum Beschluss der EU-Innenminister über verschärfte Kontrollen an den EU-Außengrenzen erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Ulla Jelpke:

Die EU rüstet die Grenzschutzagentur "Frontex" massiv auf. Die 450 jederzeit abrufbaren Angehörigen der Frontex-Soforteinsatzteams bilden praktisch eine paramilitärische Bereitschaftstruppe. Zusätzlich zu den bisherigen Patrouillen sollen 116 Schiffe, 27 Hubschrauber und 21 Flugzeuge in ständiger Bereitschaft gehalten werden, um Jagd auf Flüchtlinge zu machen. Hinzu kommen verschärfte Patrouillen in speziellen Küstenabschnitten. Das ist Krieg gegen Flüchtlinge!

Damit bleibt die EU bei ihrer Haltung, Menschen, die vor Not und Verfolgung fliehen, als Bedrohung wahrzunehmen und als Kriminelle zu diffamieren. Kriminell aber ist nicht, wer unter Lebensgefahr flieht, sondern wer bedrohte Menschen in noch größere Gefahr bringt. Genau darauf läuft es nämlich hinaus, wenn die EU-Armada vor allem im Mittelmeer und vor den Kanarischen Inseln aufgerüstet wird: Flüchtlinge werden damit nur zu noch weiteren und gefährlicheren Umwege gezwungen.

Dass EU-Kommissar Frattini den Ministerbeschluss als „Beispiel europäischer Solidarität“ lobt, ist das der Gipfel an Menschenverachtung: Frattinis Solidarität gilt nicht den Flüchtlingen, sondern ihrer Abwehr. Ein positives Beispiel wäre die EU nur dann, wenn sie endlich humane Einwanderungsregeln beschließen würde.



18.04.2007 – Sevim Dagdelen
Abschiebehaft endlich grundsätzlich überprüfen
Zum heute vorgestellten Bericht des Anti-Folter-Komitees des Europarats erklärt die migrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE., Sevim Dagdelen:

Dass der heute veröffentlichte Bericht des Anti-Folter-Komitees erneut auf Missstände bei den Haftbedingungen für Abschiebehäftlinge aufmerksam macht, verwundert nicht. Seit langem fordern Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, die Haftbedingungen zu verbessern. Die Bundesregierung sollte den Bericht des Europarats endlich zum Anlass nehmen, die Abschiebehaft in Deutschland grundsätzlich zu überprüfen. Die Empfehlungen des Anti-Folter-Komitees müssen schleunigst umgesetzt werden. Aber nicht nur das. Es reicht nicht aus, Abschiebehäftlinge getrennt von Strafgefangenen einzusperren, die medizinische Versorgung zu verbessern und kostenlosen rechtlichen Beistand zu gewähren. Darüber hinaus muss die Haftdauer reduziert werden und die Inhaftierung besonders schützbedürftiger Menschen, von Kindern, Kranken und Familien, generell aufhören. Langfristig gehört die Abschiebehaft abgeschafft.

Einen dementsprechenden Antrag hat DIE LINKE. vor drei Wochen in den Bundestag eingebracht (BT-Drs. 16/3537). Die darauf folgende Debatte zeigte, dass gerade die Vertreter der CDU/CSU-Fraktion Nachhilfe in punkto Humanität benötigen. Sie sollten den Bericht des Anti-Folter-Komitees besonders aufmerksam lesen. Denn eins macht der Bericht besonders deutlich: Abschiebehäftlinge sind nicht als Kriminelle zu behandeln, weil sie es nicht sind. Ihnen fehlen lediglich die richtigen Papiere.

Samstag, 14. April 2007 Menschen sind mehr als ein
betriebswirtschaftlicher Faktor


Von Sevim Dagdelen*


V
or zwei Wochen hat das Kabinett Verschärfungen des Zuwanderungsgesetzes beschlossen – heute fordern Unionspolitiker Erleichterungen für die Zuwanderung ausländischer IT-Fachkräfte. Das macht erneut deren Verständnis von Migrationspolitik deutlich: Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt, sondern seine wirtschaftliche Verwertbarkeit und Nützlichkeit. Die damit verbundene Unterscheidung von "guten", also "nützlichen", und "bösen" Ausländern ist im Kern rassistisch.

Menschen dürfen nicht auf ihre wirtschaftliche Nützlichkeit reduziert werden. Leider war dies schon vor über 50 Jahren, als die ersten ‚Gastarbeiter’ angeworben wurden, das einzige Kriterium. Integrationspolitik nach dem Nützlichkeitsprinzip hat zur Folge, dass Millionen von Menschen auch nach fünf Jahrzehnten nicht als gleichberechtigte Mitglieder am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben teilhaben können: Aufgrund fehlender Rahmenbedingungen erhalten jährlich Zigtausende von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund keine Ausbildungsplätze.

Deshalb ist es besonders perfide, dass der Fachkräftemangel durch das Anwerben von "Gastfacharbeitern" zu Dumpinglöhnen gedeckt werden soll.

*Sevim Dagdelen ist  migrations- und integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag

28.03.2007 – Sevim Dagdelen, Ulla Jelpke
Novellierung des Zuwanderungsrechts – Barbarei per Gesetz
Zum heutigen Kabinettsbeschluss über die Novellierung des Zuwanderungsrechts äußern sich die migrations- und innenpolitischen Sprecherinnen der Fraktion DIE LINKE., Sevim Dagdelen, und Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion:

"Die Novelle ist Integrationsfeindlichkeit per Gesetz. Die Große Koalition hat sich mal wieder selbst rechts überholt", so Dagdelen. Die Umsetzung von EU-Richtlinien diene dabei als Vorwand für zahlreiche Verschärfungen. Der Ehegatten- und Familiennachzug werde weiter erschwert. Gleiches gelte für Einbürgerungen. Integrationskurse würden zu Zwangsveranstaltung im Sinne einer "nationalen Leitkultur".

"Der Integrationsgipfel wird zu einem bedeutungslosen Kaffeeklatsch degradiert", sagt Dagdelen und teilt damit die Kritik von über 20 Organisationen, die am Gipfel teilnehmen. Es käme schon einem Wunder gleich, wenn die darin enthaltene Aufforderung an Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit ihrer Richtlinienkompetenz die ausländerrechtlichen Verschärfungen zu verhindern, Realität würde.

"Für Flüchtlinge wäre dies jedenfalls fast so etwas wie ein Glücksfall", meint Jelpke. "Die Novelle ist ausschließlich vom Ziel der Abschottung geprägt." Tatsächliche humanitäre Lösungen seien nicht in der Novelle enthalten. Auch weiterhin werde es Kettenduldungen geben, die Menschen sozial und rechtlich gewollt diskriminieren. "Die Regierung zeigt einmal mehr, dass sie bei Flüchtlingen bereit ist, jedes Menschenrecht über Bord zu werfen", meinen beide Politikerinnen.

Das sogenannte Bleiberecht Erklärung von Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion und Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin
12.03.2007 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke

Bleiberechtskompromiss bringt weitere Sozialkürzungen für Flüchtlinge "Wer gehofft hatte, in der Auseinandersetzung um das Bleiberecht siege ausnahmsweise einmal die Vernunft, sieht sich nun enttäuscht", äußert sich Ulla Jelpke zum neuen Kompromiss der Unionsspitzen. Er laufe auf weitere Sozialkürzungen für Flüchtlinge hinaus. Dabei sei die von Stoiber & Co. in die Debatte geworfene angebliche Mehrbelastung völlig irrational. Mehr

09.03.2007 – Pressemitteilung – Sevim Dagdelen, Nele Hirsch
Zugang zur Ausbildung für Migrantinnen und Migranten sofort ermöglichen Nach jahrelanger Ausgrenzung erhalten nun auch Flüchtlinge mit Bleiberechtsperspektive formal die Möglichkeit einer Ausbildungsförderung. In der Praxis gibt es aber noch viele Probleme zu überwinden. Sevim Dagdelen und Nele Hirsch fordern deshalb wenigstens eine Vorgriffsregelung: "Die Jobcenter und Sozialämter müssen zumindest bis die Änderungen des BAföG und des SGB III in Kraft treten übergangsweise Leistungen erbringen." Mehr

06.03.2007 – Ulla Jelpke
Profilierung auf Kosten der Schwächsten
Zum fortdauernden Streit um eine Bleiberechtsregelung erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE,, Ulla Jelpke:

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber setzt der Regierungskoalition die Pistole auf die Brust. Eine Zustimmung zum Bleiberechtskompromiss macht Stoiber davon abhängig, dass langjährig in Deutschland lebende Migrantinnen und Migranten auch bei dauerhaftem Aufenthaltsrecht nicht die vollen Sozialleistungen erhalten.

Schon die von der Bundesregierung vorgeschlagene Bleiberechtsregelung soll lediglich 15 Prozent der 175.000 in Deutschland lebenden Flüchtlinge einen dauerhaften Aufenthalt ermöglichen. Nach dem Willen des CSU-Chefs sollen auch sie weiterhin Bürger zweiter Klasse bleiben. Das ist ein eklatanter Bruch des Gleichheitsgrundsatzes.

Im November hatte Bayerns Innenminister Günther Beckstein auf der Nürnberger Innenministerkonferenz noch dem Bleiberechtskompromiss zugestimmt. Doch dann geriet die CSU-Führung ins Wanken, Stoiber kündigte seinen Rücktritt an, das Hauen und Strechen um seine Nachfolge begann.

"Bei uns zieht auch nach Stoiber nicht die neue Milde ein", gab dessen designierter Nachfolger die Linie vor. Um Führungsstärke zu demonstrieren, profiliert sich Bayern-Sheriff Beckstein auf Kosten der Schwächsten, der weitgehend rechtlos hier lebenden Flüchtlinge ohne festen Aufenthaltsstatus. Diese Politik ist zynisch und menschenverachtend.

DIE LINKE. bleibt dabei: Notwendig ist eine echte Bleiberechtsregelung, die allen bislang nur geduldeten Flüchtlingen einen dauerhaften Aufenthalt und eine Zukunftsperspektive bietet.

21.02.2007 – Kleine Anfrage – Drucksache 16/4361
Umsetzung des Prüfauftrages zur Einführung des kommunalen Wahlrechts für Drittstaatsangehörige Die Bundesregierung ist bisher ihrem im Koalitionsvertrag vereinbarten Prüfauftrag zum kommunalem Wahlrecht für Drittstaatsangehörige nicht nachgekommen. Die Kleine Anfrage fragt u.a. nach den Hindernissen einer Umsetzung des Prüfauftrages, ihrer Absicht, den Begriff des Staatsvolkes auch auf Drittstaatsangehörige auszuweiten, die auf Dauer staatlicher Herrschaft unterworfen sind etc. Damit soll die Verweigerung der politischen Partizipation für Drittstaatsangehörigen thematisiert werden. Mehr (PDF)

26.02.2007 – Pressemitteilung – Sevim Dagdelen, Ulla Jelpke
Zuwanderungsgesetz wird endgültig zum Ausweisungs- und Abwehrgesetz Als Deckmantel ihrer integrationspolitischen Diskriminierungspolitik dient der Bundesregierung die fällige Umsetzung von EU-Richtlinien", so Dagdelen. "Bleibt es bei den Plänen, hat sich die Union in der Zuwanderungspolitik wieder einmal gegen die SPD durchgesetzt", ergänzt Jelpke. DIE LINKE. fordert die Bundesregierung auf, ihre integrationsfeindliche Politik aufzugeben und die Verschärfung des Zuwanderungsrechts zurückzunehmen. Mehr

Presseerklärung // 26. Februar 2007
Schärfere Sanktionen führen nicht zu besserer Integration Zur Absicht der Bundesregierung, das Ausländerrecht deutlich zu verschärfen und härtere Sanktionen gegen integrationsunwillige Migranten zuverhängen, erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende Katina Schubert: MEHR

21. Februar 2007
Bleiberecht gesetzlich verankern Zur aktuellen Auseinandersetzung um das Bleiberecht erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende Katina Schubert: Wer Integration fordert, muss den hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund eine Perspektive bieten. Das gilt auch für Flüchtlinge. Die Bleiberechtsregelung und das geltende Aufenthaltsgesetz sind dafür unzureichend. Die Umsetzung ist zu großen Teilen mangelhaft, die Erteilung eines gesicherten Aufenthaltstitels ist die Ausnahme, nicht die Regel. Das widerspricht dem Sinn des Bleiberechts.

Der Streit zwischen Unions-geführten Bundesländern und dem Bundesinnenministerium ist da nur die Spitze des Eisbergs.

Mit welchem Recht soll jungen Menschen das Bleiberecht verwehrt werden, nur weil andere Familienmitglieder dieses Recht nicht bekommen? Warum gilt für die Einheit der Familie der "worst case", die kollektive Verweigerung eines Bleiberechts, anstatt einer ganzen, schon lange hier lebenden Familie einen Aufenthaltstitel zu geben, wenn nur einzelne Mitglieder die harten Auflagen erfüllen können?

Insbesondere junge Menschen, die hier aufgewachsen sind, brauchen ein gesichertes Bleiberecht, um eine Perspektive aufbauen zu haben. Deshalb muss das Bleiberecht gesetzlich verankert werden. 

Linksfraktion im Bundestag // 18. Februar 2007
DIE LINKE. unterstützt Aufruf zu Aktionstag für ein Bleiberecht Fast 175.000 Menschen gelten in Deutschland als „geduldet“. Ihnen wird bisher jede Integration in die Gesellschaft verweigert und damit jegliche Lebensperspektive ... MEHR

16.02.2007 – Pressemitteilung – Sevim Dagdelen
Nichts Neues beim Bleiberecht Die meisten Flüchtlinge sind weiterhin von einer Bleiberechtsperspektive ausgeschlossen. Bleiben sollen nur jene können, die Arbeit gefunden haben, von der sie weitgehend leben können. Damit setzt sich wieder die Union mit ihren ausländerfeindlichen Vorstellungen gegenüber der SPD nach dem Grundsatz: Humanität nur unter Finanzierungsvorbehalt. DIE LINKE. fordert ein Bleiberecht, die mit der jetzigen deutschen Ausländerpolitik bricht und geduldeten Flüchtlingen endlich eine Perspektive gibt. Mehr

09.02.2007 – Ulla Jelpke
175.000 Menschen in Deutschland nur „geduldet“
Auf eine Schriftliche Frage der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag gibt die Bundesregierung die Zahl der Geduldeten in Deutschland mit 174.980 an. Davon sind 55.249 unter 18 Jahre alt. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage vom November (Bt-Drs 16/164 ) hatte die Bundesregierung die Gesamtzahl der Geduldeten mit 193.000 angegeben. Dazu erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Ulla Jelpke:

Aus diesen Zahlen den Schluss zu ziehen, im vergangenen Jahr hätten 20.000 Betroffene eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, wäre falsch. Im Gegenteil: Viele von ihnen sind abgeschoben worden, beispielsweise in die Türkei, nach Afghanistan oder in den Kosovo.

Ich fordere die Länder auf, die Erlasse zur Umsetzung des Bleiberechtsbeschlusses der Innenministerkonferenz (IMK) vom vergangenen November zu überarbeiten. Viele der Ländererlasse sind noch restriktiver als der IMK-Kompromiss. Gerade bei Härtefällen wie Alleinerziehenden, alten und kranken Menschen oder Minderjährigen werden die durchaus vorhandenen  Spielräume kaum genutzt.

Vorabversion
Aktionsplan gegen Rassismus




30.01.2007 – Pressemitteilung – Jörn Wunderlich, Kirsten Tackmann, Ilja Seifert, Barbara Höll, Diana Golze, Sevim Dagdelen

Gleichstellung ist eine zentrale Frage der Demokratie Gerade im „Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle“ geht es um mehr als nur die formale Gleichstellung! Es geht um die Verwirklichung sozialer Rechte, sonst bleibt es beim liberalen Wettbewerbsdenken. Wirkliche Chancengleichheit ist erst dann erreicht, wenn alle Frauen, Männer und Kinder, tatsächlich gleichberechtigten Zugang zu allen Lebensbereichen erlangen. Mehr



19.01.2007 – Sevim Dagdelen
Nicht nur Unwort, sondern meist auch Untat
Anlässlich der Wahl des Begriffs "freiwillige Ausreise" zum Unwort des Jahres 2006 erklärt die integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Sevim Dagdelen:

Der deutsche Staat ist gerade im Bereich der Repression gegen Flüchtlinge besonders kreativ, um die Verletzung der Menschenwürde zu beschönigen. Doch in der Praxis überführt sich die Migrations- und Flüchtlingspolitik immer wieder aufs Neue selbst als das, was sie ist: menschenverachtend!

F�r alle Flüchtlinge, die nicht in ein Herkunftsland zurück wollen oder können, ist der Begriff der "freiwilligen Ausreise" zynisch. Dieser irreführende Begriff verschleiert eine menschenverachtende Praxis, mit der die "Ausreisebereitschaft" unter psychischem und physischem Druck erzwungen werden soll. Dazu dienen dann auch entsprechende Einrichtungen, die euphemistisch als "Ausreisenzentren" bezeichnet werden, in denen letztlich aber nichts anderes als haftähnliche Bedingungen herrschen.

Anstatt am laufenden Band Unwörter zur Verschleierung einer menschen- rechtsverletzenden Politik zu produzieren, fordere ich praktische Konsequenzen. Ein guter Anfang wäre die Schlie?ung von Abschiebeeinrichtungen und "Ausreisezentren".


15.12.2006
Das Menschenrecht auf Schutz vor Binnenvertreibung stärken- Fluchtgründe vermeiden Immer mehr Menschen weltweit werden von ihrem Wohnort vertrieben und sind ohne rechtlichen und politischen Schutz. Allein die Anzahl der durch interne Konflikte Vertriebenen erreichte 2005 geschätzte 25 Millionen. Darüber hinaus erfahren willkürliche Vertreibungen aufgrund von Entwicklungsprojekten zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit. Deutschland muss dazu beitragen, dass die Menschenrechte von Binnenvertriebenen spezifiziert und international durchgesetzt werden. Mehr (PDF)


08.12.2006 – Pressemitteilung
Ignoranter Umgang des Bundesinnenministeriums mit Kritik am Zuwanderungsgesetz "Die Bundesregierung versucht die geplanten Verschärfungen des Zuwanderungsgesetzes durch fadenscheinige Behauptungen zu kaschieren", rügt Sevim Dağdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Mit ihrer Antwort auf eine entsprechende Anfrage kann sie nicht davon ablenken, dass zentrale Forderungen von Kirchen und NGO nach asyl- und aufenthaltsrechtlichen Verbesserungen weder quantitativ noch qualitativ berücksichtigt wurden. Mehr


20.11.2006 – Pressemitteilung
Bundesregierung muss UN-Kinderrechtskonvention ohne Vorbehalte umsetzen DIE LINKE. kritisiert die Missachtung von Kinderrechten durch die Bundesregierung in Bezug auf minderjährige Füchtlinge. Am Internationalen Tag der Kinderrechte fordert sie die Bundesregierung auf, die Kinderrechte umfassend zu verwirklichen. „Wer wie die Bundesrepublik 16- und 17-jährigen Kindern von Flüchtlingen keinen juristischen Beistand gewährt und ihnen keine persönliche Betreuung zuspricht, handelt inhuman und rassistisch", so die integrationspolitische Sprecherin, Sevim Dagdelen. Mehr
Keine tragfähige Lösung

Innenministerkonferenz hat die große Unsicherheit für fast 200 000 Menschen nicht beseitigt. 

Von Ulla Jelpke

17.11.2006 – Pressemitteilung
IMK-Beschluss zum Bleiberecht löst keins der wesentlichen Probleme Die Innenminister haben sich bei ihren Beratungen auf einen inhumanen Minimalkonsens geeinigt, der die wesentlichen Probleme nicht löst, erklärt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion. Nach Angaben aus den Kreisen der Innenminister werden lediglich 20.000 der 200.000 Betroffenen unmittelbar von der Regelung profitieren können. Mehr

Siro Torresan
Sekretär der Partei der Arbeit Zürich
Unmenschliche Schweiz
Die Abschiebehaft verletzt Verfassung und EuropäischeMenschenrechtskonvention. Die bis zu einem Jahr dauernde Haft für 15-bis 18-Jährige ist ein Verstoß gegen die Kinderrechtskonvention
.

  • Sevim Dagdelen: Integration ist nicht eine Frage der Religion, sondern Aufgabe der Politik MEHR

Linksfraktion im Bundestag // 26. September 2006
Menschenwürdiges Leben für Flüchtlinge gewährleisten Durch die fallenden Asylbewerber(innen)zahlen sinken Jahr für Jahr dieAusgaben; diese Einsparungen sollten zum Anlass genommen werden, um dieLeistungen endlich zu ... MEHR

24.09.2006 – Pressemitteilung
Integration durch gleichberechtigte Teilhabe Sevim Dagdelen, integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIELINKE., begrüßt das Engagement und die Appelle zur Verständigung während der Interkulturellen Woche und kritisiert Chancenungleichheit und fehlende Bürgerrechte für Migrantinnen und Migranten. Mehr

21.09.06 - Aussetzung der Abschiebungen nach TogoAussetzung der Abschiebungen nach Togo gefordert ...


Linksfraktion im Bundestag // 14. September 2006
Migration als Chance für Entwicklung nutzen Während die EU Millionen in die militärische Abwehr von Migrantensteckt, betont die UNO bei einer Konferenz derzeit dieEntwicklungspotenziale von Migration für die ... MEHR

01.09.2006 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke
Debatte um Bleiberecht sachlich und zielorientiert führen Nachunterschiedlichen Signalen aus den Reihen der Union auf Bundes- undLänderebene fordert Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin derFraktion DIE LINKE., vom Bundestag eine klare gesetzliche Regelungen imSinne der Betroffenen. Mehr

31.08.2006 – Pressemitteilung – Sevim Dagdelen
Aachener Friedenspreis 2006 wirft Schlaglicht auf Menschenrechtsverletzungen im eigenen Lande Der Aachener Friedenspreis wird 2006 an den Verein "Hilfe für Menschenin Abschiebehaft Büren e.V." verliehen. Sevim Dagdelen, migrations- undintegrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., würdigt daslangjährige Engagement der ehrenamtlichen HelferInnen. DieseAuszeichnung wirft zugleich ein Schlaglicht auf schwerwiegendeMenschenrechtsverletzung, die sich in unserem Land auf einergesetzlichen Grundlage vollziehen. Mehr

30.08.2006 – Pressemitteilung – Ulla Jelpke
Politik des Generalverdachts muss gestoppt werden! Unionspolitiker haben in den letzten Wochen Maßnahmen vorgeschlagen,die auf die Bekämpfung des "islamistischen Terrorismus" zielen. Der Rufnach einer Anti-Terror-Datei , die auch die Religionszugehörigkeiterfassen soll, wird nachdrücklicher. Ulla Jelpke, innenpolitischeSprecherin der Fraktion DIE LINKE. kritisiert diese Entwicklung. Mehr

Linksfraktion im Bundestag // 18. August 2006
Anerkannten irakischen Asylbewerbern droht Abschiebung Die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. belegteinen sprunghaften Anstieg von Widerrufsverfahren. Ulla Jelpke,innenpolitische Sprecherin der ... MEHR


Koordinierte Flüchtlingsabwehr

Deutschland an vorderster Front im Kampf der EU gegen unerwünschteMigranten. Immer größere Perfektionierung der behördlichen Abschiebepraxis |

Ulla Jelpke

Linksfraktion im Bundestag // 25. Juli 2006
Flüchtlinge dürfen nicht interniert werden - Bundesländer sollen Berliner Beispiel folgen ... Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.,kritisiert, dass die EU-Innenminister auf ihrem gestrigen Treffen zwarüber den Einsatz von Polizei und ... MEHR
25.Juli 2006

Kritik. Stellungnahmen zum »Integrationsgipfel« am Freitag: »Die Erklärung der Ministerrunde mit dem Titel ›Gutes Zusammenleben –klare Regeln‹ räumt die letzten Zweifel aus: die Bundesregierung willihre bereits gefaßten Beschlüsse auf dem Integrationsgipfel bestätigenlassen, weshalb er den Namen Alibi-Veranstaltung verdient. Die in derErklärung skizzierten Zielsetzungen machen deutlich, daß der Gipfelkeinen Neuanfang in der Integrationspolitik bedeuten wird. Ganz imGegenteil sind sie geprägt von einer Abwehrhaltung und Misstrauengegenüber Migrantinnen und Migranten.«

Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag
Stattdessen muss eine Integrationspolitik die Rahmenbedingungen für dierechtliche Gleichstellung und Chancengleichheit beim Zugang zu Bildungund Arbeitsmarkt schaffen
Linksfraktion im Bundestag // 12. Juli 2006


Gutes Zusammenleben erfordert keine neuen Regeln, sondern einen Neuanfang in der ... Zu der heutigen Erklärung des Bundeskabinetts zum Integrationsgipfel am14. Juli 2006 erklärt die migrations- und integrationspolitischeSprecherin der Fraktion DIE ... MEHR


"Migration und Entwicklung gehören zusammen - aber wo bleiben die Menschenrechte?"
von Feleknas Uca
Die Europaabgeordnete Feleknas Uca äußert ihre Bedenken anlässlich der ... [mehr]
10.Jul.2006


06.Jul.2006 | von Feleknas Uca
Uca: Weibliche Migranten häufig Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung



22.Juni 2006 Berlin: Heike Hänsel (MdB Tübingen/Linke) gegen die neue Mauer um die EU

HeikeHänsel hat die Diskussion zum Haushalt des Ministeriums fürwirtschaftliche Zusammenarbeit genutzt, um nachzuweisen, dass ein Großteil der zur Verfügung gestellten Gelder nicht zur Förderung,sondern zur Abwehr von Menschen der Dritten Welt verwendet wird. Sowerden nun Militärs mit Hubschraubern und Schiffen an die KanarsichenInseln geschickt, um die in elendesten Booten...[mehr]


Für eine friedliche und demokratische Lösung des Kurdenproblems in der Türkei – Für ein Ende der Gewalt



20. März 2006 - Pressemitteilung
Rassismus ist Alltag!

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21.März erklären die innenpolitische und die migrationspolitischeSprecherin der Fraktion DIE LINKE., Ulla Jelpke und Sevim Dağdelen:

Rassismus ist ein Problem, das die ganze Gesellschaft angeht.Rassistische Gewalt gehört zum Alltag – Millionen von Menschen in Deutschland erleben sie jeden Tag. Dazu gehören diejenigen, die Opfer gewalttätiger Banden von Neofaschisten werden, aber auch diealltäglichen Opfer des staatlich praktizierten Rassismus:


  • Die Abschottung der deutschen Grenzen und der Außengrenzen derEuropäischen Union bewirkt, dass jedes Jahr Hunderte von Flüchtlingenums Leben kommen – auf ihrer verzweifelten Flucht über den Atlantik,das Mittelmeer oder die Ostsee.

  • Zehntausende von Asylbewerbern unterliegen der Residenzpflicht, ihrGrundrecht auf Freizügigkeit ist aufgehoben. Viele müssen in Lagernunter menschenunwürdigen Bedingungen leben.

  • Hunderttausende von Flüchtlingen sind seit Jahren in Deutschland,ohne dass ihr Aufenthaltsstatus geklärt wird, so dass sie inpermanenter Angst vor Abschiebung leben. Das Bleiberecht wird ihnenverweigert.

  • Millionen von Migrantinnen und Migranten werden grundlegendebürgerliche Rechte verweigert, sie dürfen nicht arbeiten oder müssenerst umständliche Antragsprozeduren überwinden. Sie müssen zwar Steuernzahlen, dürfen aber nicht wählen.

  • Regierungspolitiker schüren hemmungslos rassistische Vorurteile, indem sie völlig losgelöst von den realen Problemen von Migrantinnen undMigranten – und auch losgelöst von jenen der „Mehrheitsgesellschaft“ –über Fragebogen für Einwanderer und die angebliche Bedrohung derdeutschen „Leitkultur“ diskutieren.

  • Bürgerinnen und Bürger islamischen Glaubens, insbesondereEinwanderer, werden unter den Generalverdacht des Terrorismus gestellt.

  • Die Bundesregierung behandelt selbst nichtdeutsche Kinder alsBürger zweiter Klasse: die UN-Kinderrechtskonvention gilt inDeutschland nur für deutsche Kinder.


Antirassistische Politik heißt: Alle Menschen sind gleich, unabhängig von ihrer Herkunft!

Die Forderung „Bleiberecht für alle!“ bleibt eine antirassistischeGrundforderung. Dafür wurde am 21. März unter anderem in Stuttgart,initiiert vom Arbeitskreis Asyl, demonstriert. Solange dieBundesregierung diese Grundsätze nicht in praktische Politik umsetzt,solange gehört sie selbst zu den Förderern des Rassismus.







25. Februar 2010

Cornelia Ernst

Stopp der Abschiebungen von Roma in das Kosovo Kategorie: Presseerklärung
--> Cornelia Ernst: "Die Mehrzahl der abgeschobenen Roma ist von Obdachlosigkeit bedroht, sie müssen bei Verwandten Unterschlupf suchen und leben vielfach unter erbärmlichen Bedingungen. In vielen Fällen können sie ihre früheren Häuser und Wohnungen nicht mehr einfordern, da viele Dokumente während des Krieges verloren gingen.

Im Kosovo gibt es nicht die Tradition der Grundbücher. In der gegenwärtigen Situation schaffen die Abschiebungen ein unlösbares humanitäres Problem im Kosovo und sind daher unverantwortlich."

Im Juli 2009 vereinbarten Deutschland und Kosovo die Rückführung der Flüchtlinge, die während des Kosovokrieges in Deutschland vorübergehend Schutz gefunden hatten. Seither sind 10.000 in Deutschland lebende Roma von der Abschiebung bedroht.

Cornelia Ernst fordert den deutschen Bundesinnenminister de Maizière dazu auf, von den Abschiebungen Abstand zu nehmen, und erneut alle Möglichkeiten für ein wirksames Bleiberecht der Roma in Deutschland zu prüfen.

Die Europaabgeordnete bereiste im Dezember vergangenen Jahres das Kosovo: "In den vielen Gesprächen mit den abgeschobenen Familien wurde deren Ausweglosigkeit und Zukunftsängsten deutlich. Roma werden im Kosovo nicht mehr systematisch verfolgt, aber es gibt immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den Minderheiten und der albanischen Mehrheitsbevölkerung. Die Stigmatisierung der Roma ist geblieben, sie stehen an letzter Stelle in der Akzeptanzreihe der Minderheiten. Neben althergebrachten Vorurteilen Roma gegenüber, die auch in westeuropäischen Staaten verbreitet sind, wird den Roma "vorgeworfen", während des Kosovo-Krieges die serbische Seite unterstützt zu haben."

 

Brüssel, 25. Februar 2010

 

Für weitere Informationen:

Sonja Giese
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +32 (0)486 94 50 21
sonja.giese(at)europarl.europa.eu  



Grüne fordern Schließung von Abschiebegefängnis
14.07.2009 Nach dem Aufstand im Ingelheimer Abschiebegefängnis fordern die rheinland-pfälzischen Grünen die Schließung der Einrichtung. "Die verzweifelten Barrikaden der Flüchtlinge zeigen einmal mehr, dass die Lebensumstände in der Anstalt unangemessen und unmenschlich sind", sagte Landesvorstandssprecher Daniel Köbler am Dienstag in Mainz.

©  ddp

Köbler kritisierte zudem den Polizeieinsatz. Die Beamten hätten zunächst Verhandlungen suggeriert und dann das Nachgeben der Meuterer genutzt, um diese zu überrumpeln. "Deeskalation sieht anders aus", sagte Köbler.

Amnesty International befürchtet nun eine Verschärfung der Haftbedingungen. "Ich rechne leider mit Restriktionen gegenüber Gefangenen, Anwälten und Flüchtlingsbetreuern", sagte die Amnesty-Flüchtlingsbeauftragte für die Region Mainz/Wiesbaden, Maria Weber, der Nachrichtenagentur ddp. Sie wollen nun mit der Gefängnisleitung sprechen.

Protestaktionen wie jetzt in Ingelheim hätten erfahrungsgemäß keinen Erfolg und gingen stattdessen "nach hinten los", sagte Weber. Allerdings verstehe sie auch die Gefühle dieser Menschen, die verzweifelt seien und sich ungerecht behandelt fühlten.

Gleichwohl lehne Amnesty die Abschiebehaft nicht grundsätzlich ab, sehr wohl aber deren Praxis in Deutschland, fügte Weber hinzu. Zum einen übernähmen Gerichte nicht selten unkritisch die oft schwachen Argumentationen der Ausländerbehörden und verhängten übereilt Abschiebehaft. Zum anderen seien die Flüchtlinge mitunter "unverhältnismäßig lang" inhaftiert. Aktuell sei in Ingelheim eine Frau seit rund 15 Monaten eingesperrt. Dies alles führe zu Spannungen innerhalb der Gefängnisse, die sich wie am Montag in Protesten der Inhaftierten entladen könnten.

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hatte am Montag einen Aufstand von Flüchtlingen im Ingelheimer Abschiebegefängnis beendet. Dabei waren fünf Insassen leicht verletzt worden. Auslöser der Meuterei war die versuchte Abschiebung eines Marokkaners.

(ddp)

http://www.hagalil.com/tinc?key=Fx15Q5PD&id=8525336&design-output-mode=js&design-css-mode=standard


Abschiebungen im Jahr 2007

Am 06. Juni fand in Warschau beim Gebäude von FRONTEX eine internationale Protestkundgebung statt, bei der die Auflösung von FRONTEX

gefordert wurde. Doch was ist FRONTEX?

FRONTEX ist die "Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen", der Namen kommt aus dem Französischen

"Frontières extérieures". FRONTEX wurde von der EU und den EU-Mitgliedstaaten eingerichtet, um Flüchtlinge mit quasimilitärischen Mitteln davon

abzuhalten, in die Europäische Union zu kommen. Dazu werden Operationen an den Außengrenzen aber auch innerhalb der EU (z.B. an Flughäfen) durchgeführt.

Neu ist z.B., dass Polizisten und Paramilitärs der einzelnen EU-Staaten in anderen EU-Staaten und in Staaten mit denen die EU

bzw. FRONTEX Abkommen geschlossen haben, exekutiv vorgehen können, d.h. z.B. Menschen festnehmen können.

Ein wesentlicher Effekt der FRONTEX-Operationen ist, dass Flüchtlinge zwar weiterhin in die EU kommen, aber nun längere und gefährlichere

Wege auf sich nehmen(müssen). Die Todesrate steigt somit weiter.

Viele Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen kritisieren FRONTEX, weil Flüchtlinge - wenn sie aufgegriffen werden - direkt abgeschoben werden,

ohne die Möglichkeit zu haben z.B. Asyl zu beantragen - so wie es in der Genfer Flüchtlingskonvention völkerrechtlich festgeschrieben ist.

In Warschau ergab sich am Rande der Demonstration die Möglichkeit mit dem FRONTEX-Chef, dem finnischen Brigadegeneral Ilkka Laitinen, seinem Stellvertreter,

dem Spanier Gil Arias, und dem Pressesprecher Michal Parzyszek zusammen mit einem Aktivisten aus Mauretanien und einem kritischen

Frontex-Expertenein fast zweistündiges Gespräch zu führen.

FRONTEX wird sich in den nächsten Jahren vor allem auf die osteuropäischen Grenzen (Ukraine, Weißrussland) die so genannte Balkanroute

(Bosnien-Herzegowina, Albanien, Kosovo etc.) das Mittelmeer und die Kanaren konzentrieren. Ziel sind u.a. Kooperationsabkommen

zur Flüchtlingsabwehr, das nächste, das abgeschlossen wird, ist mit Libyen!

Für mich ist FRONTEX interessant, weil mit FRONTEX ein Ansatz militärischer Flüchtlingsabwehr der Europäischen Union deutlich wird.

Deshalb hatte ich mit Christoph Marischka, Bernd Kasparek u.a. eine Broschüre zu FRONTEX veröffentlicht, die unter www.imi-online.de

herunter geladen werden kann. Die politische Forderung ist klar: Auflösung von FRONTEX und Schluss mit der (militärischen) Flüchtlingsabwehr!




Erhalt und Ausbau der antirassistischen/antifaschistischen Infrastruktur durch Stärkung der Initiativen und Beratungsstellen

Für ein gleichberechtigtes und solidarisches Miteinander Mit ihrem Integrationskonzept will DIE LINKE der Integrationspolitik der anderen Fraktionen einen alternativen politischen Ansatz entgegenstellen. Darüber hinaus soll es ein Beitrag zur notwendigen Unterstützung der Arbeit zahlreicher Initiativen und Organisationen auf dem Gebiet der Integrationspolitik sein und Nichtregierungsorganisationen (NRO) mit langjähriger Erfahrung in der Integrationsarbeit in die Debatte einbeziehen. Mehr (PDF)

 





26.11.2007 – Grosse Anfrage – Drucksache 16/7213

Soziale Existenzsicherung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) Vor dem Hintergrund der jüngsten Verschärfung des AsylbLG und der seit 14 Jahren unveränderten Regelsätze werden grundlegende Daten und Bewertungen zum AsylbLG erfragt, mit denen das Gesetz und seine Anwendungspraxis thematisiert und fundiert kritisiert werden sollen. Thematisiert wird u.a. die Verweigerung eines sozialen »Integrationsbedarfs«, die Mehrkosten des diskriminierenden Sachleistungsprinzips und ungenügende Hilfen für Opfer von Menschenhandel und Gewalt. Mehr (PDF)

01.11.2007 – Kleine Anfrage – Drucksache 16/6831

Todesopfer unter Flüchtlingen in die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union im Jahr 2006 Die Anfrage fragt Erkentnisse der Bundesregierung zu Verletzungen und Todesfällen unter Flüchtlingen ab, die versuchen auf dem Land- oder Seeweg in die Bundesrepublik oder die Europäische Union zu gelangen. Mehr (PDF)

01.11.2007 – Kleine Anfrage – Drucksache 16/6832
Ergebnisse der IMK-Bleiberechtsregelung Mit der Kleinen Anfrage soll erfragt werden, wie »erfolgreich« im Hinblick auf erteilte Aufenthaltserlaubnisse der Kompromiss zum Bleiberecht der IMK war. Dabei geht es auch darum, die Erfolgsaussichten der nun geltenden gesetzlichen Bleiberechtsregelung bewerten zu können. Dass die Bleiberechtsregelungen nicht den Erfolg bringen werden, der im Interesse der Betroffenen notwendig ist, war im Vorfeld absehbar und ist von der Fraktion auch klargestellt worden.








Rede  Linkspartei Stadtrat Köln zur Bleiberechtsregelung der IMK











 




Non à l'immigration jetable ! (21 avril 2006)
  Le collectif Unis contre une immigration jetable et le PCF appellent à faire échec au projet de loi CESEDA

Vote des étrangers, Citoyenneté et colonialisme (01 décembre 2005)


31.Mai 2006: Pflüger gegen "Schnelle Einsatzgruppe" (mit deutscher Beteiligung) zur Abwehr von Flüchtlingen

Kampf gegen Flüchtlinge verschärft Bundesregierung nahm in aller Stille Migrantenabwehrzentrum in Betrieb Ulla Jelpke
Nicht den Kampf gegen Armut, sondern den Kampf gegen Flüchtlingestellt die Bundesregierung in den Mittelpunkt ihrer Politik. Vor wenigen Tagen hat der Staatssekretär im Innenministerium, August Hanning, das »Gemeinsame Analyse- und Strategiezentrum illegale Migration (GASIM)« der Öffentlichkeit vorgestellt. Seinen Betrieb hat es in aller Stille schon vor zwei Monaten aufgenommen.
Die umständliche Bezeichnung könnte durch den einfacheren Begriff»Flüchtlingsabwehrzentrum« ersetzt werden. Denn Aufgabe der Einrichtung soll es sein, die »Kompetenzen aller beteiligten Behörden und Stellen bei der Bekämpfung der illegalen Migration« zu bündeln. Die Wortwahl des Staatssekretärs scheint der Kriegführung entlehnt zu sein: Esgelte, illegale Einwanderung »umfassend und wirkungsvoll« zu verhindern, die Rede ist von einem »ganzheitlichen Bekämpfungsansatz«,von bedrohlichen Entwicklungen, denen »operativ« entgegengetreten werden müsse.
Flüchtlinge als Feinde, Flüchtlingsabwehr als kriegerische Aufgabe – das ist das Bild, das gezeichnet wird.Entsprechend breit ist der Ansatz: Das Zentrum wird 36 Vertreter von Bundeskriminalamt, Bundespolizei, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Auswärtigem Amt sowie Bundesnachrichtendienst und Bundesverfassungsschutz vereinen. Bislang haben die einzelnen Behörden jeweils einen Aspekt der illegalen Einwanderung bearbeitet, die Erkenntnisse aber nicht regelmäßig untereinander ausgetauscht. Genau das soll künftig passieren. Das bringt fragwürdige Paradoxien mit sich:So ist das Bundesamt für Migration zuständig dafür, Asylanträge zuprüfen. Mit seiner Mitwirkung im GASIM, dessen Aufgabe es gerade ist,Einwanderung zu verhindern, ist das nicht vereinbar. Künftig werden die Angaben, die Asylbewerber über ihren Fluchtweg und eventuelle Helfer machen, umgehend auf den Schreibtischen von einem halben Dutzend anderer Behörden landen. Asylbewerber werden so ohne ihr Wissen als Kronzeugen mißbraucht, um Fluchtwege auszukundschaften, Flüchtlinge abzuhalten und Fluchthelfer zu kriminalisieren.
Genauso fragwürdigist die institutionalisierte Zusammenarbeit von Polizeibehörden und Geheimdiensten. Das verfassungsrechtliche Trennungsgebot wird einmal mehr umgangen. Es geht darum, die Außengrenzen der Festung Europa so dicht abzuschotten wie irgend möglich, da meint die Regierung offenbar,sich nicht so genau an das Grundgesetz halten zu müssen. In dieses Bild paßt, daß das GASIM in unmittelbarer Nähe des Gemeinsamen Terror-Abwehrzentrums in Berlin-Treptow residiert. So werden Flüchtlinge, denen oft nur mit knapper Not die Flucht vor Hunger und Verfolgung gelingt, in die Nähe von Terroristen gerückt.
Die Einrichtung des Zentrums ist umso perfider, als erst vor wenigen Wochen eine Anhörung des Innenausschusses im Bundestag zum Thema Illegalisierte stattfand. Die Experten kamen zum Ergebnis, daß nicht die Illegalisierten bekämpft werden sollten, sondern ihre Illegalität aufzuheben sei. Die Bundesregierung schert es offenbar nicht, was im Parlament besprochen wird. Auch der vor einigen Tagen abgehaltene»Integrationsgipfel« bot kaum eine Grundlage für die nun öffentlich gemachte Verschärfung des Kampfes gegen Flüchtlinge. Die Bundesregierung beweist damit freilich, wie es tatsächlich um ihren Integrationswillen bestellt ist. Positive Angebote sind Mangelware.Nicht die Förderung von Integration und die Linderung existenzieller Not bestimmten ihre Politik, sondern Repression, Abschreckung,Bekämpfung und Verfassungsbruch.
  • »Integration«« war nur geheuchelt

    Der gestrige »Integrationsgipfel« im Kanzleramt hat zur Radikalisierung der integrationsfeindlichen Ausgrenzungspolitik von CDU/CSU und SPD geführt. 

    Ulla Jelpke

Der Gipfel der Heuchelei

Das Integrationsgespräch am Freitag im Kanzleramt wird eine Showveranstaltung. Anspruch und Wirklichkeit beim Umgang mit Migranten klaffen weit auseinander. 

Ulla Jelpke mdb Linksfraktion


Vogt (spd): Integration braucht
"faire Chancen" und "klare Regeln"

Berlin - Im Vorfeld des Integrationsgipfels der Bundesregierung am kommenden Freitag hat die SPD mit den vorgelegten
Leitlinien bereits klar Position bezogen für eine aktive Integrationspolitik, durch die Versäumnisse der vergangenen.........

initiativen-zeitung
juli 2006

Meinen Sie nicht, daß die ausgrenzende Art, wie man mit diesen Menschen umgeht, den Rassismus in unserer Gesellschaft fördert? Wundertes Sie, daß die Gewalt gegen Flüchtlinge und Einwanderer zunimmt?

»Das Bundesamt setzt geltendes Recht um«

Aberkennung des Flüchtlingsstatus von Migranten führt zur Abschiebung in Kriegsgebiete. Auch Lage im Irak kein Asylgrund. Ein Gespräch mit Sebastian Edathy.

Stadtratsfraktion

Die Grünenim Rat

Hartmannstr.20

67063Ludwigshafen


An Frau

Oberbürgermeisterin

Dr.Eva Lohse

Rathausplatz20

Ludwigshafen

(vorabper mail)

Ludwigshafen,09. Juni 2006

AbschiebungSedat Yildiz

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Dr. Lohse,

die Diskussion um die Abschiebung von Sedat Yildiz aus Ludwigshafen ist Ihnen bekannt. Leider hat am 3. Mai 2006 die Härtefall-Kommission(HFK) des Landes Rheinland- Pfalz Herrn Yildiz nicht mit der erforderlichen qualifizierten Mehrheit als Härtefall anerkannt. Auch der Petitionsausschus hat in seiner gestrigen Sitzung die Petition zu Gunsten von Herrn Yildiz abgelehnt. Damit droht fürSedat Yildiz die Abschiebung in die Türkei.

Offensichtlich haben beide Entscheidungsinstitutionen wichtige Tatsachen, die den Härtefall begründen, (bei Rückkehr in die Türkei Haft- und- Foltergefahr, Re-Traumatisierung des Vaters und der Schwester, drei unabhängige ärztliche Gutachten warnen ausdrücklich vor der Abschiebung des Sohnes bzw. Bruders) nicht zur Grundlage ihrer Entscheidung gemacht .

Für die Gewährung eines Bleiberechtes spricht zwingend folgendes:

  • Pressemeldungen zu folge nimmt die Verfolgung der kurdischen Minderheit in der Türkei dramatisch zu. Militäroperationen,Giftgasangriffe, Verhaftungen, Folter wovon Kinder nicht ausgenommen werden verursachen Angst, Unsicherheit, Ohnmacht und Entwertung auchbei den in Deutschland lebenden kurdischen Menschen.

  • Wenn Sedat Yildiz, der schon als Jugendlicher in der Türkei verfolgt und schwer misshandelt wurde, erneut abgeschoben wird, muss er zur Armee und gegen seine eigenen Landsleute kämpfen.

  • Sedat Yildiz wurde bereits einmal zusammen mit den übrigen Familienmitgliedern 1997 in die Türkei abgeschoben. Die gesamte Familie ist durch ihr Eintreten für die Rechte der kurdischen Minderheit den türkischen Behörden bekannt. Deshalb istder Sohn im Falle einer Abschiebung wegen der immer noch in der Türkei praktizierenden „Sippenhaft“ besonders gefährdet.

  • Nach mehreren juristischen Verfahren erhielten Vater und Tochter Yildizim Oktober 2005, aufgrund der erniedrigenden Folterpraktiken und Verfolgung in der Türkei, bedingten schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Trier ein Bleibrecht. Durch die Entscheidung der HFK hat sich der Gesundheitszustand des Vaters und der Schwester äußerst kritisch verändert und sie in eine lebensbedrohende Situation gebracht. Drei unabhängige Gutachten warnen ausdrücklich vor der Abschiebung des Sohnes / Bruders,weil diese die Gefahr einer lebensbedrohlichen Re-Traumatisierung mit sich ziehen werde. Die Gutachten lagen der HFK vor.

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

wir bitten Sie nun darum, die rechtlich mögliche Abschiebung nicht zu vollziehen, da es möglich ist, dass weitere gutachterliche Stellungnahmen den Fall nochmals eindeutiger darstellen. Außerdem besteht zur Zeit noch die Möglichkeit, dass ein/e Abgeordnete/r noch Widerspruch gegen die Entscheidung des Petitionsausschusses erhebt.

Vor allem aber gebietet es die Menschlichkeit, einen her seit langem beheimateten Menschen vor einer ihm drohenden Folter zu bewahren und die Familie, die in Ludwigshafen wohnt, nicht gewaltsam zu zerreißen.

Herrscht nicht Gewissheit, dass die Folter nach einer Abschiebung ausgeschlossen werden kann, darf die Abschiebung nicht vollzogen werden.

Mit hoffnungsvollen Grüßen


Dr.Bernhard Braun

(Fraktionsvorsitzender)


Stuttgart, 22. Mai 2006


SPD kritisiert Abschiebepraxis des Innenministeriums

Ute Vogt: „Offenkundig nutzt der Innenminister die parlamentsfreie Zeit verstärkt für Abschiebungen und brüskiert damit auch die Härtefallkommission“
Die SPD-Landtagsfraktion übt massive Kritik an der gegenwärtigen Abschiebepraxis des baden-württembergischen Innenministers. Es bestehe der Verdacht, so die Fraktionsvorsitzende Ute Vogt, dass der Minister die parlamentsfreie Zeit und die damit verbundene eingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Landtags bewusst nutze,um verstärkt Abschiebungen vorzunehmen. Es gehe der SPD dabei insbesondere um solche Fälle, in denen zu-vor die Härtefallkommission die dringende Bitte an das Ministerium gerichtet hatte, von einer Abschiebung abzusehen und den Betroffenen stattdessen ein Bleiberecht einzuräumen. Der SPD-Landtagsfraktion sind solche Fälle u. a. aus Schwäbisch Gmünd, Weil der Stadt und Kupferzell bekannt.
Bei der SPD-Landtagsfraktion gibt es Hinweise, dass die derzeitige Abschiebepraxis auch bei der Härtefallkommission des Landes, die im  vergangenen September ihre Arbeit aufgenommen hat, für großen Unmut sorgt. Auch dort herrsche der Eindruck, dass immer häufiger Ersuchender Härtefallkommission, von Abschiebungen abzusehen, missachtet werden und damit die Arbeit dieser Kommission insgesamt infrage gestellt wird.
Ute Vogt: „Ich fordere den Innenminister auf, seine Abschiebeentscheidungen der letzten Zeit noch einmal sorgfältig zu überprüfen und zu de vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Härtefallkommission zurückzukehren, wie dies zu Beginn unbestritten der Fall war.“
Nach einem Bericht von Innenminister Rech im Innenausschuss des Landtags im Februar 2006 hat das Innenministerium bis dahin in fast 90 Prozent aller Fälle dem Ersuchen der Härtefallkommission stattgegeben und Abschiebungen nicht vorgenommen. Die SPD-Landtagsfraktion hat jetzt eine parlamentarische Initiative gestartet, um genaue Zahlen darüber zu erhalten, wie sich diese Situation seitdem verändert hat.

2
Landesregierung soll sich für humanitäre Bleiberechtsregelung einsetzen

Vordem Hintergrund der ständig steigenden Zahl von Fällen, mit denen sich die Härtefallkommission inzwischen beschäftigen muss, wird nach Ansicht der SPD-Fraktionsvorsitzenden ein humanitäres Bleiberecht immer dringlicher. Sie fordert Ministerpräsident Oettinger auf, bei seinen Amtskollegen auf die rasche Einführung einer solchen Bleiberechtsregelung für so genannte Altfälle zu dringen. Dies sei umso wichtiger, nachdem sich die Innenministerkonferenz vor kurzem in dieser Frage nicht habe einigen können.
Vogt erinnerte den Ministerpräsidenten auch an jüngste Äußerungen von Staatsminister Willi Stächele. Stächele hatte in einem dpa-Gespräch am 4. April 2006 gefordert, dass die Abschiebepraxis menschlicher werden müsse: „Wir müssen die teilweise unsinnigen, kuriosen und menschenunwürdigen Abschieberegeln reformieren“, so Stächele in dem dpa-Gespräch. Vogt mahnte den Ministerpräsidenten, den Vorstoß seines Staatsministers aufzugreifen und sich mit aller Macht für ein humanitäres Bleiberecht für Altfälle ein-zusetzen.
Helmut Zorell, Pressesprecher


Das Folterverbot kennt keine Ausnahme

Claudia Roth - Rede zum Antifolter-Tag in Schleswig-Holstein (04.02.2005)

(Es gilt das gesprochene Wort)

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

vor sechzig Jahren wurde Auschwitz befreit. Noch während die Rote Armee heranrückte, wollten die SS-Schergen die Spuren des Mords an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, politischen Gegner, Kriegsgefangenen und Widerstandskämpfern beseitigen. Das ist nicht gelungen. Wir wissen um das, was in Auschwitz geschah – begreifen können wir es nicht.     Mehr »

kein wort zur folter in europa

 

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