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Abschiebmaschinerie stoppen! Bleiberecht für alle!!!
Wie lange müssen wir noch in Lagern leben ohne Rechte ohne Zukunft?
PRO ASYL rügt Bleiberechtsregelung:
"Problem vertagt"

13.3.2007: Interview mit PRO ASYL-Geschäftsführer Günter Burkhardt

"Am leidigen Problem der Kettenduldungen ändert der jetzt gefundene Kompromiss gar nichts. Wir haben 180 000 Geduldete. 100 000 von ihnen sind bereits länger als sechs Jahre hier. Wir schätzen, dass aufgrund der vielen Ausschlusskriterien im Kleingedruckten des Gesetzes nur ein kleiner Teil der Betroffenen die Chance auf ein Bleiberecht hat."
Zum vollständigen Interview: Frankfurter Rundschau


Das Bundesamtin Trier entschied im Mai über die Anträge von 2666 Personen. AlsAsylberechtigte anerkannt wurden 23 Personen (0,9 Prozent).
Asylbewerberzahl weiter rückläufig

PRO ASYL zur Asylstatistik 2006




PRO ASYL zur Asylstatistik 2006: Ein Dokument deutscher Verantwortungslosigkeit

Als Dokument deutscher Verantwortungslosigkeit bezeichnet PRO ASYL die veröffentlichte Asylstatistik für das Jahr 2006. Die Statistik belegt, dass Deutschland seinen Verpflichtungen im internationalen Flüchtlingsschutz in keiner Weise mehr nachkommt. Als Zufluchtsland für Flüchtlinge scheidet Deutschland weitgehend aus.

Gerade noch 21.029 Menschen haben in Deutschland im letzten Jahr Asyl beantragen können. Die Zahl der Asylneuantragstellungen ist im Vergleich zum Jahr 2005 um über 27 % zurückgegangen. Diese Zahlen, ein erneuter historischer Tiefstand, spiegeln noch nicht die ganze Realität wider. Denn jeder vierte Antrag wird von Amts wegen für ein neugeborenes Kind von Eltern gestellt, die ihrerseits Asyl in Deutschland beantragt haben. Die von Amts wegen als Asylantragsteller Geborenen haben naturgemäß eine Anerkennungschance von praktisch Null.

Auch bei den Anerkennungsquoten hielt Deutschland im Jahr des Heuchelns 2006 ("Die Welt zu Gast bei Freunden") sein niedriges Niveau. Ganze 251 Personen erhielten den Asylstatus, 1.097 Personen den Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Bei weiteren 603 Personen wurden Abschiebungshindernisse festgestellt.

Das Asylverfahren und seine Ergebnisse sind politisch gesteuert. Die weisungsabhängigen Entscheider des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden bei bestimmten Personengruppen auf Ablehnung eingeschworen. Dies betraf zum Beispiel im letzten Jahr Flüchtlinge aus Sri Lanka, die trotz der Eskalation des Konfliktes und trotz massiver politischer Verfolgung durch die Konfliktparteien keine Chance hatten und deren Asylanträge fast ausnahmslos als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt wurden. Aus Sicht von PRO ASYL hat das Bundesamt für Migration den Auftrag abzuarbeiten, Flüchtlinge in vielen Fällen systematisch um ihr Recht zu bringen. Mittelfristig soll damit der Weg freigemacht werden für die künftig ins Auge gefasste, gesteuerte "zirkuläre Migration". Für diese wirbt Bundesinnenminister Schäuble im europäischen Rahmen, ohne allerdings bis jetzt hierfür eine deutsche Einwanderungsquote ins Gespräch zu bringen.

Durch die Abschottung der europäischen Außengrenzen bleiben viele Flüchtlinge ohne Chance, überhaupt einen Antrag auf dem Territorium eines EU-Staates zu stellen. Auch an Resettlementprogrammen (Programme zur Aufnahme von anerkannten Flüchtlingen) aus Drittstaaten und Flüchtlingslagern der Herkunftsregionen beteiligte sich Deutschland im Jahr 2006, von quantitativ unbedeutenden Ausnahmen abgesehen, nicht.

"Das internationale Flüchtlingsrecht lebt von der Bereitschaft auch der reichen Staaten, ihren Beitrag zur Lösung der Flüchtlingsprobleme in der Welt zu leisten. Gemessen an diesem Maßstab ist das, was Deutschland und die EU-Staaten betreiben, nichts anderes als Sabotage am Menschenrecht auf Asyl", so PRO ASYL-Referent Bernd Mesovic.

stattweb.de-News und -Mitteilungen, 27.November 2006


11.1.2007
PRO ASYL zur Asylstatistik 2006: Ein Dokument deutscher Verantwortungslosigkeit
Aus Sicht von PRO ASYL hat das Bundesamt für Migration den Auftrag abzuarbeiten, Flüchtlinge in vielen Fällen systematisch um ihr Recht zu bringen.


Pro Asyl Baden/Württemberg: Cap Anamur hat nichts Strafwürdiges getan


( Erklärung in Übereinstimmung mit Pro Asyl/Bund)

Das deutsche Schiff Cap Anamur rettete im Juni 2004 37 Menschen aus Seenot. Kapitän Stefan Schmidt und seine Crew taten das, was ihre Pflicht ist: Sie bargen dieSchiffbrüchigen und wollten sie in einen sicheren Hafen bringen.

Für ihre Rettungstat stehen der Kapitän Stefan Schmidt, Elias Bierdel, der damalige Leiter des Komitees "Cap Anamur" und der Erste. Offizier Vladimir Daschkewitsch ab 27. November in Agrigento/Sizilien vor Gericht. Die Anklage lautet: bandenmäßig betriebene Beihilfe zur illegalen Einreise in einem besonders schweren Fall.Humanitäre Hilfe für Menschen in Not ist keine Straftat. Diese Anklage hätte nie erhoben werden dürfen. Wir fordern ein schnelles Ende des Verfahrens und eine umfassende Rehabilitierung der Cap Anamur-Crew.Auf die Anklagebank gehören eine verfehlte europäische Asyl- und Migrationspolitik, die maßgeblich dazu beiträgt, dass im Kanal von Sizilien, in der Ägäis, in der Meeresenge von Gibraltar, vor den Kanarischen Inseln See-Friedhöfe entstehen, die von Tag zu Tag größer werden.

Quelle: Presserklärung
AutorIn: Pro Asyl

22. November 2006Bleiberecht: PRO ASYL analysiert Kriterienkatalog der Innenminister ..

Unterstützen Sie den Einsatz durch ein persönliches Schreiben an denInnenminister Ihres Bundeslandes. Hier können Sie einen Vorschlag füreinen Brief an den Innenminister herunterladen.

AKTIONEN
16.-17.11.06 Innenministerkonferenz in Nürnberg 

Auf ihrer nächsten Konferenz werden die Innenminister derLänder wieder über ein Bleiberecht fürlangjährig geduldete Flüchtlinge streiten. Zusammenmit vielen Flüchtlingen und für denFlüchtlingsschutz Engagierten hoffen wir, dassin Nürnberg endlich eineBleiberechtsregelung  beschlossen wird, die diesem Namenauch gerecht wird und den Flüchtlingen, dieoft seit vielen Jahren in Deutschland leben, einedauerhafte Perspektive für ein Leben in unserem Landgibt. Um unserer Forderung Nachdruck zu verleihen und dieAktionen der unterschiedlichen Flüchtlingsinitiativen zukoordinieren hat das Aktionsbündnis gegen AbschiebungenRhein-Main eine extra Website mit aktuellen Informationen, Terminen undMaterialien eingerichtet: [www.imk2006.de]

Tag des Flüchtlings 2006
Für ein Bleiberecht mit menschlichem Gesicht
 
Der Flüchtlingsrat Baden-Württembergbegrüßt den Beschluss der Innenminister, sich beiihrer nächsten gemeinsamen Konferenz auf eineBleiberechtsregelung zu einigen, warnt aber vor zu strengenBedingungen. [PDF50 KB]



amnesty international
Sektion der
Bundesrepublik Deutschland e.V.
Asyl-Arbeitskreis Mannheim
c/o
Norbert Sauer
K 4, 9
D-68159 Mannheim
Fon 0621 / 156 4 157
Fax 0621 / 1 25 6 804
E-Mail: asyl-ak@amnesty-mannheim.de
www.amnesty-mannheim.de

PRESSEMITTEILUNG
Mannheim: Ein Trauma ohne Ende
Nacht- und Nebelaktion der Abschiebebehörden
Flugbegleitung „Gutes Geschäft“ für Ärzte?
Der „Mannheimer Morgen“ berichtete am 9. Mai über die seit 1999 in Mannheim lebende und
schwer traumatisierte Kurdin Sanije Gündüz, sie wurde heute gemeinsam mit ihren drei Kindern
in die Türkei abgeschoben / Arzt begleitet die kranke Kurdin auf ihrem Flug nach Istanbul /
Behandlungszentrum für Folteropfer, Ulm und das Psychiatrische Zentrum Nordbaden, Wiesloch
befürchteten schwere Folgen bei Abschiebung in die Türkei
Mannheim, 02. Aug. 2006 – Sanije Gündüz und ihre drei Kinder sind in einer Nacht- und Neblaktion in
den Morgenstunden des 2. August über Stuttgart nach Istanbul abgeschoben worden. Die Familie hatte
keine Chance mehr, Ihren Anwalt oder ihre Betreuerinnen Julia Gerhards und Maria Rigot von amnesty
international zu erreichen, da die Abschiebung (Abholung) der gesamten Familie durch die
Polizeibehörden in einer - bundesweit gängigen Praxis - unverhofft zwischen ca. 4 und 6 Uhr erfolgte,
wie der Asyl-Arbeitskreis Mannheim von amnesty international heute erfuhr.
Begleitet auf dem Abschiebe-Flug wurde die Kurdin und ihre Kinder neben deutschen Beamten auch von
einem Arzt. „Das scheint ein gutes Geschäft zu sein“, so ein Mitarbeiter des Flughafen-Sozialdienstes in
Stuttgart.
„Wenn sich Frau Gündüz jetzt in der Türkei das Leben nimmt, werden sich einige Leute nicht von einer
Mitschuld freisprechen können,“ sagt Norbert Sauer vom ai-Asyl-Arbeitskreis Mannheim.
Die Familie hat sich in Deutschland nichts zuschulden kommen lassen, auch die Lehrerin und die
Mitschüler des jüngsten Sohnes sprachen sich gegen eine Abschiebung aus. Das Problem der Familie war
jedoch, dass der Gutachter des Regierungspräsidiums Frau Gündüz. eine so genannte „Reisefähigkeit“
bescheinigt hat. Das legitimiert die Ausländerbehörde zur sofortigen Abschiebung.
Der Asyl-Arbeitskreis von amnesty international Mannheim informierte bereits im September 2005 die
Öffentlichkeit über das tragische Schicksal der Kurdin und ihrer Kinder.
Wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an die Betreuerin:
Maria Rigot, Asyl-AK amnesty international Mannheim
Fon 0621 – 2933715 oder 0621 - 738822
E-Mail: asyl-ak@amnesty-mannheim.de
31. Juli 2006



Allgemeines Gleichstellungsgesetz tritt in Kraft

Halbherziger Schritt in die richtige Richtung

Als längst überfälligen und leider nur halbherzigen Schritt in dierichtige Richtung bezeichnen der Interkulturelle Rat und PRO ASYL dasAllgemeine Gleichstellungsgesetz, das zum 1....

31. Juli 2006
Flüchtlingsdrama im Libanon

PRO ASYL fordert Aufnahme von libanesischen Flüchtlingen und kritisiert Bundesinnenminister

Angesichts der dramatischen Entwicklungen im Libanon, die Hunderttausende zu Flüchtlingen gemacht haben, fordert PRO ASYL die...

26. Juli 2006
Sommer der gnadenlosen Abschiebungen

PROASYL fordert sofortigen Abschiebestopp für Geduldete!Innenministermüssen handeln und nicht nur von einer Bleiberechtsregelung reden

Bundesinnenminister Schäuble hat sich am Wochenende in einem Interview mit der Süddeutschen...

24. Juli 2006
Bundesministerium des Innern legt Evaluationsbericht zum Zuwanderungsgesetz vor

VorgeschlageneÄnderungen sind ein Katalog der Grausamkeiten Die Änderungsvorschläge,die das Bundesinnenministerium im Rahmen seines heute veröffentlichtenEvaluierungsberichts zum Zuwanderungsgesetz in die Diskussion bringt,...


Radiobeitrag: Krieg gegen Flüchtlinge?

rdl freiburg, 31.05.2006 19:02

Der für die Innere Sicherheit zuständige EU- Kommissar Franco Frattinierklärte am Mittwoch letzte Woche, die EU werde an die südlichen EU-Grenzen eine schnelle Eingreiftruppe entsenden um der anhaltendenZuwanderung illegalisierter Flüchtlinge Herr zu werden.
Ein Interview hierzu mit Karl Kopp von der NGO Pro Asyl.



Presseerklärungen PRO ASYL

infodienst febr 2006
ak asyl rlp

Asyl in Rheinland-
Dateiformat: Microsoft Word - HTML-Version
Reinhard Gebhardt und Hans Schuh berichten über die Bleiberechtskampagne im Sommer 2005 für die vierköpfige Familie Yildiz deren Sohn als einziger aus der ...
www.asyl-rlp.org/infodienst-online/ infodienste/Infodienst65_web.doc - Ähnliche Seiten

Düsseldorf: Appell von 100 Persönlichkeiten und Menschenrechtsorganisationen
Düsseldorf:Appell von 100 Persönlichkeiten und Menschenrechtsorganisationen: Fürein humanitäres Bleiberecht der ROMA Das Herumschubsen undHerausdrängen von Minderheiten muss enden!

Appell an Innenminister: Bleiberecht jetzt!


Bleiberecht wird wieder Thema auf der nächsten Innenministerkonferenz am 4./5. Mai 2006 in Garmisch-Partenkirchen

Bundesweit leben fast 200.000 Menschen mit einer Duldung. Vielewurden im letzten Jahr abgeschoben und einer ungewissen Zukunftausgesetzt. Die Duldung ist das unsicherste Aufenthaltspapier, siebedeutet nur, dass die Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist.Dennoch leben die meisten der Geduldeten schon seit vielen Jahren hier.Oft handelt es sich um Familien mit Kindern, die hier geboren undaufgewachsen sind. Zwei Drittel der Geduldeten leben schon seit überfünf Jahren in Deutschland, viele von ihnen auch schon zehn Jahre undlänger. Die Politik hat sich bislang als unfähig erwiesen, das Problemder Kettenduldungen zu lösen und eine Bleiberechtsregelung zu finden.
Wir fordern:
● Eine großzügige Bleiberechtsregelung - ohne Wenn und Aber!
● Die unwürdige Praxis der Kettenduldung muss abgeschafft werden!
● Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen!    [mehr]
[Appell öffenen]

E-Mail-/Brief-Aktion
Laute(r) Stimmen für ein Bleiberecht
und die UNO-Kinderrechte

Auf den letzten beiden Innenministerkonferenzen in Stuttgart undKarlsruhe wurde die Chance vertan, ein Bleiberecht zu verabschieden unddie Kinderrechte vollständig umzusetzen. Dies ist unter anderem einGrund, warum Kinder- und Menschenrechtsverletzungen in derBundesrepublik Deutschland leider noch immer alltäglich sind. Mit"Mailaktion 5 Laute(r) Stimmen für ein Bleiberecht und die UNO -Kinderrechte" möchte das Aktionsbündnis "Hier Geblieben!" dieInnenministerInnen und die Parteien erneut auffordern, sich aktiv füreine gerechtere Bundesrepublik einzusetzen und sowohl auf derInnenministerkonferenz in Garmisch-Partenkirchen am 4./5. Mai 2006 einumfassendes Bleiberecht als auch im Bundestag die vollständigeUmsetzung der UNO-Kinderrechte zu beschließen. Wir rufen dazu auf,Briefe mit unseren Forderungen an die Abgeordeten und an dieInnenministerInnen, Parteivorsitzenden und Bundestagsabgeordneten zuverschicken. [mehr]
[Vorlage Brief zum herunterladen]
[ Mailadressenzum herunterladen]


FürFlüchtlinge hat sich das Gesicht Europas dramatisch verändert: Ob sieunter widrigsten Bedingungen in Slowenien und Polen festgehalten werdenoder zu Tausenden in ukrainischen, marokkanischen und libyschen Lagernvor sich hinvegetieren - Inhaftierung, Unterversorgung und brutaleBehandlung sind an der Tagesordnung. Europaweit stehen wir vor einerFlüchtlingspolitik, die sich immer weniger um Menschenrechte kümmert.Hilfe gelangt kaum noch dorthin, wo sie gebraucht wird.
PRO ASYLstartet deshalb zusammen mit anderen europäischenFlüchtlingsorganisationen in Österreich, Ungarn, Polen, Slowenien,Tschechien und in der Slowakei ein EU-gefördertes Vernetzungsprojekt,das sich über die Grenzen hinweg für schutzsuchende Menschen einsetzt.Wir
• besuchen Lager und Abschiebungsgefängnisse und untersuchen die Bedingungen vor Ort,
•intervenieren im Falle von Menschenrechtsverletzungen und humanitärenEinzelfällen bei den verantwortlichen Behörden und Politikern,
• dokumentieren Flüchtlingsschicksale in Europa,
• setzen uns gemeinsam für ein europäisches Flüchtlingsrecht ein, das effektiven Schutz bietet.

Mit dem Europaprojekt stehen wir am Anfang eines langen Weges,gemeinsam mit Organisationen vor Ort mehr Gerechtigkeit für Flüchtlingezu schaffen. Nähere Informationen hierzu finden Sie in der Broschüre„Verantwortung lässt sich nicht einfach abschieben“.
Unterstützen Sie das Europa-Projekt von PRO ASYL: [Spenden]
[Europa-Broschüre öffnen]

[Mehr Informationen über das Europa-Projekt]

 

Amnesty kritisiert Menschenrechtslage in der Türkei
Donnerstag, 5. Juli 2007
Folter-Verantwortliche nicht
zur Rechenschaft gezogen



Beisetzung des ermordeten
armenisch-türkischen Journa-
listen Hrant Dink in Istanbul am
23.1.2007. Foto: dpa
 
Berlin (dpa). In der Türkei werden nach Angaben von Amnesty International (AI) nach wie vor «schwere Menschenrechts- verletzungen durch Polizei und Gendarmerie» begangen und kaum verfolgt. Hier herrsche Straflosigkeit, kritisierte AI-Türkei-Expertin Amke Dietert anlässlich der Vorstellung eines AI-Berichts in Berlin. «Sicherheitskräfte genießen einen höheren Schutz als die Opfer von Menschenrechts- verletzungen.» Zwar gebe es löbliche Verbesserungen in der türkischen Gesetzgebung. Die Regierung habe eine «Nulltoleranz für Folter» erklärt. Dennoch würden die «Verantwortlichen für staatliche Folter, Misshandlung, "Verschwindenlassen" und Tötungen in der Türkei nicht zur Rechenschaft gezogen», heißt es in einer AI-Erklärung.
Um Folter auch in Gefängnissen, bei Gefangenentransporten und bei Massenfestnahmen nach Demonstrationen zu verhindern, seien weitere Reformen notwendig. Untersuchungen der türkischen Justiz zu solchen schweren Verletzungen der Menschenrechte seien «fehlerhaft und durchsetzt mit nicht nachvollziehbaren Entscheidungen von Staatsanwälten und Richtern». Die Türkei müsse ihr System der Strafverfolgung reformieren, forderte die Organisation. In dem Land gebe es keine unabhängige Instanz, die Beschwerden über Folter im Sicherheitsapparat prüfen würde.

http://linkszeitung.de/content/view/125934/1/



Jahresbericht 2007 vorgelegt
Amnesty international prangert "Politik der Angst" an

[Bildunterschrift: Logo der Menschenrechtsorganisation Amnesty international (deutsche Sektion)]
Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat in ihrem jüngsten Jahresbericht Deutschland gravierende Defizite in der Menschenrechtspolitik vorgeworfen. Diese zeigten sich besonders im Umgang deutscher Behörden mit Flüchtlingen, die verstärkt von Abschiebung bedroht seien, als auch in der Arbeit der Geheimdienste.

Diese würden im Zuge des von den USA geführten Anti-Terror-Kriegs menschenrechtliche Verpflichtungen missachten. Als Beispiele nennt ai die Verschleppungen der Deutschen Khaled al Masri und Mohammad Haydar Zammar sowie des Bremer Türken Murat Kurnaz. Auch das Hamburger Landgericht verstieß nach Überzeugung der Menschenrechtler gegen völkerrechtliche Verpflichtungen, als es im Prozess gegen den Terrorismusunterstützer Mounir al Motassadeq Aussagen zuließ, die eventuell im Ausland unter Folter erzwungen worden waren

Menschenrechtsverletzungen in der Flüchtlingspolitik

In der Asyl- und Flüchtlingspolitik kritisiert amnesty vor allem die Praxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Betroffenen den Flüchtlingsstatus wieder abzuerkennen, obwohl ihre Sicherheit im Falle einer Rückkehr in ihr Herkunftsland nicht gewährleistet sei. Von solchen Widerrufen betroffen seien vor allem Flüchtlinge aus dem Irak, der Türkei, Serbien und Afghanistan. Dem Widerruf des Flüchtlingsstatus' folge oft der Entzug des Aufenthaltsrechts, so dass die Betroffenen Gefahr liefen, in ihre Heimatländer abgeschoben zu werden.

Demonstrationsrecht ist Menschenrecht

[Bildunterschrift: Leitet die deutsche Sektion von amnesty international: Barbara Lochbihler]
Ausdrücklich forderte die Menschenrechtsorganisation die Bundesregierung auf, das Demonstrationsrecht während des G8-Gipfels Anfang Juni in Heiligendamm nicht einzuschränken. "Das Demonstrationsrecht ist ein sehr wichtiges Menschenrecht", sagte die deutsche ai-Generalsekretärin Barbara Lohbichler. "Wir sehen mit großer Sorge, wenn hier pauschal gegen Gegner vorgegangen wird. Oder wenn pauschal an der deutschen Grenze gesagt wird, wenn Gefahr im Verzug ist, dann dürfen die Leute nicht einreisen."

Sie appellierte an die Bundesregierung, eine "deeskalierende und besonnene Politik" zu wählen und nicht eine "Politik der Angst". Diese sei ein weltweit besorgniserregender Trend. Immer mehr Regierungen würden die Furcht vor dem Terror dazu nutzen, Menschenrechte einzuschärnken, so die Kritik.

http://www.tagesschau.de/aktuell/
meldungen/0,1185,OID6803368,00.html





Bundestag muss gesetzliche Regelung beschließen!

 

Als völlig unzureichend und unsozial kritisiert PRO ASYL den Beschluss der Innenminister. Nach dem IMK-Beschluss werden weiterhin mehr als 100.000 Menschen dauergeduldet in Deutschland leben. In weiten Teilen Deutschlands ist die Arbeitslosigkeit so hoch, dass Geduldete keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Die von der Innenministerkonferenz beschlossenen Kriterien sind äußerst restriktiv und für viele unerfüllbar. Damit haben sich die Hardliner unter den Innenministern gegenüber der Position der Bundesregierung zunächst durchgesetzt.

[Warum wir eine gesetzliche Bleiberechtsregelung brauchen!/Faltblatt, nur online]

[Ländererlasse zum Bleiberechtsbeschluss und Erläuterungen]

[Praktische Hinweise von PRO ASYL zum Bleiberechtsbeschluss/Info-Blatt]

 

29. August 2006:

Gedenktag für die Todesopfer in Abschiebungshaft am 30. August:
Keine weiteren Verschärfungen bei der Abschiebungshaft


Anlässlich des Gedenktags für die Todesopfer in Abschiebungshaft am 30. August fordern Interkultureller Rat und PRO ASYL die große Koalition auf, ihre Pläne zur weiteren Verschärfung der Abschiebungshaft aufzugeben. Auf europäischer und nationaler Ebene versucht die Bundesregierung zur Zeit, die inhumane Praxis des Abschiebehaftvollzugs in Deutschland festzuschreiben und durch die Schaffung neuer Haftgründe noch zu verschärfen: [...mehr]



»Abschottung wird zum europäischen Konzept« Gespräch mit Günter Burkhardt. Über 20 Jahre Lobbyarbeit für Flüchtlinge, neue Mauern an den EU-Außengrenzen, unsichere Drittstaaten und die unsägliche Kettenduldung statt eines ordentlichen Bleiberechts in Deutschland.


Pro Asyl kritisiert »Flüchtlingsabwehr«


20 Jahre PRO ASYL

Einsatz gegen die europäische Flüchtlingsabwehrpolitik
"Der Einzelfall zählt"
Bleiberechtsregelung für Langzeitgeduldete angemahnt

Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL besteht am 8. September 2006 seit 20 Jahren. Aus diesem Anlass blickt PRO ASYL heute auf zwei Jahrzehnte des Einsatzes für eine humane Flüchtlingspolitik zurück. Im Zentrum der Kritik steht die Entwicklung der europäischen Flüchtlingspolitik. Europa sei auf dem Weg, eine "flüchtlingsfreie Zone" zu werden. Die militarisierte Flüchtlingsabwehr an den europäischen Außengrenzen löse keine Probleme, sie verschärfe sie. Nach dem Vorbild der deutschen Drittstaatenregelung strebe Europa an, sich mit einem Ring sicherer Drittstaaten zu umgeben. Das gesamte System des weltweiten Flüchtlingsschutzes drohe zusammenzubrechen, wenn die reichen Industrienationen Europas sich weigerten, ihren Beitrag zur Flüchtlingsaufnahme zu leisten.

Dr. Jürgen Micksch, Vorsitzender von PRO ASYL, wies bei der Pressekonferenz in Frankfurt in seinen einleitenden Worten darauf hin, dass zentraler Anlass für die Gründung von PRO ASYL vor 20 Jahren die Verschärfung der deutschen Flüchtlingsabwehrpolitik und die sie begleitende Polemik gewesen sei: "Bereits die erste PRO ASYL-Presseerklärung zum Tag des Flüchtlings am 3. Oktober 1986 griff die Mechanismen auf, mit denen wir es heute an den europäischen Außengrenzen zu tun haben: Den Versuch, den Zugang von Flüchtlingen zu verhindern, Zurückweisungen an den Grenzen, Einschränkungen des Asylrechts. Damals galt der Angriff dem Asylgrundrecht in Deutschland, heute gilt er der Genfer Flüchtlingskonvention. Sie wird mit völkerrechtswidrigen Zurückweisungen an den Außengrenzen systematisch ausgehöhlt."

Dr. Jürgen Micksch verwies darauf, dass es PRO ASYL neben dem politischen Einsatz für eine bessere Flüchtlingspolitik gelungen sei, in einer Vielzahl von Einzelfällen zu helfen - durch Öffentlichkeitsarbeit, die Finanzierung rechtlicher Vertretung aus einem hierfür vorgesehenen Fonds, mit Hilfe von Petitionen und Beratung.

Günter Burkhardt, PRO ASYL-Geschäftsführer, kritisierte den Umgang mit Flüchtlingen im Inland. Das Asylrecht in Deutschland sei in einem beklagenswerten Zustand. Mit den Dublin-Regelungen bürde man die Verantwortung für Flüchtlinge anderen Staaten auf. Soweit Asylfälle noch im Inland entschieden würden, prägten standardisierte Handlungsanweisungen und die Abstumpfung vieler Bediensteter die Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Ohne jeden Blick für die Realität und inhuman sei der Umgang mit den sogenannten Kettengeduldeten. Die aktuellen Vorschläge des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann für eine Bleiberechtsregelung, die durch die Innenministerkonferenz zu beschließen wäre, bewertete Burkhardt kritisch: Dieser Vorschlag helfe nur wenigen Menschen und gebe Tausende zur Abschiebung frei. Eine Bleiberechtsregelung dürfe nicht nur bei schulpflichtigen Kindern anknüpfen. Auch viele Alleinstehende seien nach Jahren des Aufenthaltes faktische Inländer. Sie zur Ausreise zu zwingen sei unmenschlich. Außerdem enthalte der Vorschlag zahlreiche Nebenbedingungen, die viele Flüchtlinge nicht erfüllen könnten. Geduldete hätten keinen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt. Außerdem werde der Arbeitsmarkt immer mehr von befristeten Arbeitsverträgen geprägt. Wer auf Dauer angelegte Arbeitsverhältnisse verlange, habe keine Kenntnis von der ökonomischen Realität in Deutschland. Schünemanns Vorschlag basiere auf einem kurzfristig orientierten, betriebswirtschaftlichen Nützlichkeitsdenken. "Menschen sind keine Spielfiguren, die man nach jahrelangem Aufenthalt beliebig versetzen kann", sagte Günter Burkhardt.

PRO ASYL setzt sich in einem breiten Bündnis gesellschaftlicher Gruppen seit Jahren im Zuge der Bleiberechtskampagne für eine großzügige Regelung ein. Von 200.000 Geduldeten in Deutschland leben mehr als 120.000 länger als 5 Jahre hier.

"Abschiebestopps in den Libanon"

Pro Asyl fordert die Bundesregierung, nicht nur deutschen Flüchtlingen aus dem Libanon zu helfen, sondern auch den libanesischen Flüchtlingen

Heike Demmel



Wiederaufnahmezentrum am Flughafen Belgrad Der Historiker Ernst Köhler machte sich im vergangenen Mai ein Bild von der Situation im Wiederaufnahmezentrum am Flughafen in Belgrad. Sein Bericht verdeutlicht die unzurreichende soziale und medizinische Versorgung sowie die bürokratischen Hürden, mit den sich die betroffenen Menschen konfrontiert sehen. [mehr]


PRO ASYL startet Europa- Projekt für Schutzsuchende


Für Flüchtlinge hat sich das Gesicht Europas dramatisch verändert: Ob sie unter widrigsten Bedingungen in Slowenien und Polen festgehalten werden oder zu Tausenden in ukrainischen, marokkanischen und libyschen Lagern vor sich hinvegetieren - Inhaftierung, Unterversorgung und brutale Behandlung sind an der Tagesordnung. Europaweit stehen wir vor einer Flüchtlingspolitik, die sich immer weniger um Menschenrechte kümmert. Hilfe gelangt kaum noch dorthin, wo sie gebraucht wird.
PRO ASYL startet deshalb zusammen mit anderen europäischen Flüchtlingsorganisationen in Österreich, Ungarn, Polen, Slowenien, Tschechien und in der Slowakei ein EU-gefördertes Vernetzungsprojekt, das sich über die Grenzen hinweg für schutzsuchende Menschen einsetzt. Wir
• besuchen Lager und Abschiebungsgefängnisse und untersuchen die Bedingungen vor Ort,
• intervenieren im Falle von Menschenrechtsverletzungen und humanitären Einzelfällen bei den verantwortlichen Behörden und Politikern,
• dokumentieren Flüchtlingsschicksale in Europa,
• setzen uns gemeinsam für ein europäisches Flüchtlingsrecht ein, das effektiven Schutz bietet.

Mit dem Europaprojekt stehen wir am Anfang eines langen Weges, gemeinsam mit Organisationen vor Ort mehr Gerechtigkeit für Flüchtlinge zu schaffen. Nähere Informationen hierzu finden Sie in der Broschüre „Verantwortung lässt sich nicht einfach abschieben“.
Unterstützen Sie das Europa-Projekt von PRO ASYL: [Spenden]
[Europa-Broschüre öffnen]

[Mehr Informationen über das Europa-Projekt]




Familientrennung durch Abschiebung: [pdf öffnen]

Kriegsdienstverweigerer aus der Türkei brauchen Asyl

[31. Jan 2006]




UK: IOM Bribing Asylum Seekers to Return Home

In a programme co-financed by the European Refugee Fund, the International Organisation for Migration (IOM), in collaboration with the Home Office (HO), has intensified its campaign to "urge" both successful and failed asylum seekers to return home, offering them money.

grenzregime großbritannien



IOM

International Organization for Migration (IOM) - Internationale Organisation, die die weltweiten Migrationsströme regelt und managt. Vor allem tätig in der Fluchtverhinderung. Migrationsbewegungen aus weltweiten Krisengebieten sollen im Interesse der reichen Staaten gar nicht erst entstehen. Die IOM spielt hier eine zentrale Rolle.

weitere Infos bei der Kampagne gegen das globale Migrationsmanagement:
:: deutsch :: english :: dutch

Damit Fluchtbewegungen aus Krisengebieten gar nicht erst entstehen, arbeiten die reichen Staaten immer enger zusammen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die International Organization for Migration (IOM).
von Martin Krüger


Hannover: Appell gegen Abschiebungen 

Pro Asyl, DGB und Wohlfahrtsverbände

Bleiberecht gefordert

Neuer Appell zum Unterschreiben pdf

Jugendliche Ohne Grenzen
Jugendinitiative für Bleiberecht & Kinder- u. Menschenrechte


[zur Presseerklärung]

[Broschüre "Ein Schritt vorwärts - zwei zurück", pdf]

[Stellungnahme von PRO ASYL, pdf]

[mehr]

Bilanz ein Jahr Zuwanderungsgesetz

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