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Rassismus in der Rhein-Neckar Region

 

Verhandlung gegen zwei mutmaßliche rassistische Schläger in Ludwigshafen


Bericht über den ersten Prozesstag


Am Mittwoch, den 16. Juli begann eine Verhandlung vor dem Amtsgericht in Ludwigshafen gegen zwei Täter, die grundlos einen aus Eritrea stammenden Deutschen in einer Ludwigshafener Kneipe im Dezember letzten Jahres schwer misshandelt hatten.


F. flüchtete vor 20 Jahren vor dem Krieg aus seinem Herkunftsland Eritrea nach Deutschland.

Die Erinnerung an seine damals erlittenen schlimmen Kriegserlebnisse, die er verdrängt hatte, ist wieder aufgebrochen. Daher leidet er jetzt auch an einer Posttraumatischen Belastungsstörung, weswegen er immer noch therapeutisch behandelt wird.


Am 5.12. letzten Jahres gingen die beiden miteinander verwandten Täter (Onkel und Neffe) in eine Kneipe in Ludwigshafen-Hemshof, wo der später von ihnen geschlagene und getretene Mann bereits saß.

Nach seinen Aussagen in der Verhandlung haben sie ihn wegen seiner Hautfarbe aus rassistischen Gründen beschimpft und angegriffen. Sie seien voller Hass auf ihn gewesen!

Die Richterin las im Prozess mehrere medizinische Gutachten und Atteste vor. Sie verdeutlichen, dass der Mann von den Gewalttätern so schwer verletzt worden war, dass er Blutergüsse und Prellungen am ganzen Körper sowie eine Platzwunde an der Augenbraue und eine tiefere Wunde am Schädel davontrug. Die Wunden mussten im Krankenhaus medizinisch versorgt und genäht werden.

Sieben Monate nach diesem brutalen Anschlag leidet F. immer noch unter den Folgen. u.a verlor er dadurch seine Arbeitstelle.


Die beiden Angeklagten versuchten in der Verhandlung mit einer völlig unglaubwürdigen Version des Geschehens sich selbst als Opfer darzustellen: Der ältere Angeklagte erklärte, er hätte den Streit zwischen seinem Neffen und dem Geschädigten nur schlichten wollen und selbst nicht geschlagen. Der jüngere behauptete, lediglich in Notwehr gehandelt zu haben, er hätte nicht zuerst geschlagen und den Mann nicht angegriffen. Beide wiesen den Vorwurf, Rassisten zu sein, weit von sich!


Der angegriffene Mann schilderte im Gegensatz zu den Angeklagten sehr glaubwürdig, wie diese ihn rassistisch beschimpft und danach brutal geschlagen und getreten hätten. Er habe Todesangst gehabt.

Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt. Dann werden die Wirtsleute und die anderen damals in der Kneipe anwesenden Menschen als ZeugInnen zum Tatgeschehen befragt werden.

Bündnis gegen Abschiebungen (BgA) Mannheim


 

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